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Doping- und Anti-Doping News - Druckversion

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Dopingfall in Kassel - Halloo - 18.03.2016

Hab gerade online gelesen, dass eine 32-jährige Sportlerin aus Kassel im Februar  bei einem Wettkampf in Bayern positiv getestet wurde. Bei einer Razzia bei ihr zuhause  wurden 124 Tabletten gefunden, die meisten mit dem Mittel Metandienon. Hoffentlich kommt die nicht namentlich genannte  Sportlerin nicht aus dem Leichtathletiklager. Hab gerade gegessen, um ordentlich kotzen zu können. Thumb_down

https://www.hna.de/kassel/razzia-kassel-dopingmittel-sportlerin-entdeckt-6221897.html

edit mod: Link ergänzt


RE: Dopingfälle - beity - 18.03.2016

(18.03.2016, 13:06)Halloo schrieb: Hab gerade online gelesen, dass eine 32-jährige Sportlerin aus Kassel im Februar  bei einem Wettkampf in Bayern positiv getestet wurde. Bei einer Razzia bei ihr zuhause  wurden 124 Tabletten gefunden, die meisten mit dem Mittel Metandienon. Hoffentlich kommt die nicht namentlich genannte  Sportlerin nicht aus dem Leichtathletiklager. Hab gerade gegessen, um ordentlich kotzen zu können. Thumb_down

https://www.hna.de/kassel/razzia-kassel-dopingmittel-sportlerin-entdeckt-6221897.html

Bekam erst einen Schreck, Athletin, 32, aus Kassel, Februar positiv gestestet...

dachte an Simret Restel-Apel, Jahrgang 84, startet für Kassel, im Februar 15 Meter tief vom Dach gestürzt....
scheint sich nicht um die selbe Person zu handeln


RE: Dopingfälle - alist - 18.03.2016

(17.03.2016, 15:22)Robb schrieb: Ich frage mich, wie UKAD das alles schaffen soll? Die werden kaum gelangweilte Dopingtester rumsitzen haben, die jetzt alle nach Russland geschickt werden, wo UKAD ja testen soll und dann auch noch andere Aufgaben erfüllen sollen.

Dafür haben sie dann keine Kapazitäten mehr, um Mo Farah zu testen....


RE: Dopingfälle - lor-olli - 18.03.2016

Bei Mo Farah gehe ich mal davon aus, dass wenn seine Blutproben nicht mit ganz anderen Methoden untersucht werden, bei ihm nichts gefunden wird. Nicht weil man nichts finden will, sondern weil bei ihm in 108 Proben (Training und Wettkampf) in den letzten Jahren nichts gefunden wurde.

Ich vermutete bei dieser "Aktion" sowieso eher politisch-strategische Überlegungen und je mehr ich davon in und zwischen den Zeilen lese, desto sicherer scheint es mir, dass man hier gezielt gegen die "NADA-Verweigerer" vorgehen will. Es gibt einfach immer noch zu viele Länder in denen überhaupt keine Kontrollen stattfinden und wenn dann nur nach Vorankündigung zu Zeiten wo garantiert nichts zu finden ist (z.B. unmittelbar vor großen internationalen Wettkämpfen…). Äthiopien, Kenia, Marokko und einige mehr werden "bluten", da braucht man nicht einmal hellsehen zu können.

Selbst wenn man keine positiven Funde vermelden kann, kommt man so - insbesondere bei Athleten die schon an vergangenen Olympiaden teilnahmen - noch einmal an die Historie der Blutwerte, mit neueren Methoden kann man dann so eine Art Blutpass erstellen. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Auffälligkeiten und man kann ziemlich sicher sein, dass auch bei dieser Untersuchung wieder einige mit sehr auffälligen Werten gefunden werden - wird auch ohne direkte Sanktionen sicher dazu führen, dass man die Leute jetzt gezielt unter die Lupe nimmt und damit die "ungestörte Olympiavorbereitung" doch empfindlich stören wird. Fragen, Probenanfragen und -abgleiche, Erklärungen… Kreativität ist gefragt.

Was auch immer man davon halten will, mir drängt sich vor allem eine Grundüberlegung auf: Gut so! Im Sinne des sauberen Sports (bitte nicht lachen, hier!… Wink ) ist es auch für die Psyche der Sportler der "Vielprüfer-Nationen" sicher nicht schlecht, wenn sie sich nicht mehr ganz so "verar…" vorkommen müssen, nur weil andere sich scheinbar an gar keine Regeln halten wollen. Es geht um Geld, viel Geld, die Zahl der immer wieder aufgeflogenen Doper aus manchen Staaten führen das bisherige System doch ad Absurdum. Das einzige was ich nach wie vor nebelhaft finde: Wie steht Lord Coe zu dieser Maßnahme, er ist "aufällig ruhig". Wird sie ein Erfolg wird sich das sicher ändern … Angel


RE: Dopingfälle - Astra - 18.03.2016

Ich glaube inzwischen, dass Lord Coe einfach nur den Kopf einzieht und wartet, bis das Gewitter vorüber ist.
Er wird ja selbst in England nicht von seinen politischen Freunden angegriffen, sondern es ist nur die Tabloid-Presse, die nachfragt.

Er hat natürlich überhaupt kein Interesse, dass Russland bei der OS nicht startet, schon seinem Freund Putin zu Liebe.
Allerdings schießen sich die russischen Funktionäre dauernd selbst ins Knie, weil sie einfach meinen, dass der böse Westen was gegen sie hat und nicht, dass es Regeln gibt, die man auch in Putins Reich einhalten muss.

Ähnliches gilt sicher für einige der anderen Länder.

Warum wird bei der ganzen Diskussion Jamaica eigentlich nicht genannt? Denen traue ich genauso wenig wie Kenia, Äthiopien, Türkei oder Marocco. Und wie werden die Sportler aus "kleinen" Länder getestet? Da gibt es Werfer aus dem Iran oder Ägypten. Habe die schon mal einen Doping-Test während des Trainings gehabt? Was ist mit den kleinen Inseln in Mittelamerika, was mit Kuba, was mit Brasilien?


RE: Dopingfälle - Atanvarno - 18.03.2016

(18.03.2016, 17:40)Astra schrieb: was mit Kuba, was mit Brasilien?

Kuba hat ein eigenes WADA akkreditiertes Labor, ebenso Brasilien
https://www.wada-ama.org/en/what-we-do/science-medical/laboratories/accredited-laboratories

---edit
Das Labor in Brasilien scheint allerdings nicht besonders fleißig zu sein

Zitat:Countries that one would expect to be similar to Russia simply don’t report anything”, he said. “It was impossible for me to find out anything about China, about even Jamaica, Kenya, Brazil or South Africa. Approaching the [2010] FIFA World Cup, South Africa had a big reallocation of money towards the South African Institute of Doping in Sport (SAIDS). A lot of things were set up, reports were produced for three years, then once the World Cup was over, nothing. There is a lot of missing data out there on testing.
Quelle

Der Artikel aus dem das Zitat stammt, beschäftigt sich übrigens damit, dass die RUSADA über Jahre falsche Angaben zur Zahl der Dopingtests gemacht haben könnte (einige erinnern sich vielleicht noch, wie oft Delta hier mit der hohen Zahl der Kontrollen in Russland geprahlt hat Rolleyes )


RE: Dopingfälle - alex72 - 19.03.2016

(18.03.2016, 14:16)beity schrieb:
(18.03.2016, 13:06)Halloo schrieb: Hab gerade online gelesen, dass eine 32-jährige Sportlerin aus Kassel im Februar  bei einem Wettkampf in Bayern positiv getestet wurde. Bei einer Razzia bei ihr zuhause  wurden 124 Tabletten gefunden, die meisten mit dem Mittel Metandienon. Hoffentlich kommt die nicht namentlich genannte  Sportlerin nicht aus dem Leichtathletiklager. Hab gerade gegessen, um ordentlich kotzen zu können. Thumb_down

https://www.hna.de/kassel/razzia-kassel-dopingmittel-sportlerin-entdeckt-6221897.html

Bekam erst einen Schreck, Athletin, 32, aus Kassel, Februar positiv gestestet...

dachte an Simret Restel-Apel, Jahrgang 84, startet für Kassel, im Februar 15 Meter tief vom Dach gestürzt....
scheint sich nicht um die selbe Person zu handeln

Ich halte es für nicht unwahrscheinlich dass es sich in beiden Fällen um restle handelt :

Bis auf die leichte Abweichung in der altersangabe passt das eigentlich zu gut zusammen um ein Zufall zu sein. Das würde den Unfall erklären. Wieviele kaderathletinnen Anfang dreißig wohnen sonst noch in Kassel? und beides wird fast gleichzeitig bekannt.


RE: Dopingfälle - Atanvarno - 19.03.2016

Spanien könnte von der WADA für non-compliant (nicht in Übereinstimmung) mit dem WADA-Code erklärt werden, nachdem sie geforderte Gesetzesänderungen nicht umgesetzt haben.
http://www.insidethegames.biz/articles/1035471/spain-faces-being-declared-non-compliant-by-wada-after-failing-to-make-changes-to-anti-doping-law

Wenn ich mir den Artikel durchlese, kann ich aber in der alleinigen Erklärung der non-compliance ohne Sperrung des Verbandes keinen Gewinn im Anti-Doping-Kampf erkennen, denn das bedeutet nur, dass das Land selber keine Tests mehr durchführen darf und andere das übernehmen müssen. Wer soll das machen, auch noch UKAD? Teufel


RE: Dopingfälle - Astra - 19.03.2016

(19.03.2016, 00:55)alex72 schrieb: Wieviele kaderathletinnen Anfang dreißig wohnen sonst noch in Kassel? und beides wird fast gleichzeitig bekannt.

Resle wohnt in Wiesbaden und nicht in Kassel.


RE: Dopingfälle - Astra - 19.03.2016

Wenn ich jeden Tag neue Daten über nicht ordentlich durchgeführte Dopingproben lese, kann ich kaum noch die Lestungen von Leichtathleten glauben. Jetzt in Portland kommen wieder Leute mit Superergebnissen aus der kalten Küche.

Ich vermute mal, da will man zeigen, dass nicht nur Russland dopt sondern es auch in anderen Ländern Probleme gibt. Aber das Ergebnis wird nicht sein, dass man die LA-Wettbewerbe in Rio nur in kleinem Kreis durchführt, sondern es werden alle doping-verseuchten Länder antreten (incl. Russland) und es wird wieder unwahrscheinliche Steigerungen geben und wenn man Glück hat in 8 Jahren eine Reihe neuer Olympiasieger.
Dabei bin ich sicher, dass nur eine geringe Zahl der Gedopten überhaupt erwischt werden, auch bei Nachproben.