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Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - Druckversion

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RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - RalfM - 06.08.2019

(06.08.2019, 21:00)aj_runner schrieb: Als Zuschauer würde ich mich auch verarscht fühlen. Aber auch als Trainer und vor mir selbst als Athlet. Mal abgesehen von den Medaillengewinnern ist das für die anderen in der Regel der Saisonhöhepunkt mit der schlechtesten Saisonleistung. Gratulation. Dann lieber im Worst Case die WM 17er Koko machen...

aj, mit diesen Worten kann ich echt gar nichts anfangen. Um die Zuschauer brauchst Du dich nicht zu sorgen. Und bestimmt nicht um die Athleten. Ein Kurzkicker mit Bestzeit 3:46 ist Vizemeister geworden, das hat er doch richtig gut gemacht!!

Ist doch immer noch Sport, oder?

R


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - dominikk85 - 06.08.2019

Bezüglich 5k Männer muss halt auch sehen das ringer sowohl der beste Spurter ist als auch die beste PB hat, das heißt die anderen hätten gar nichts davon gehabt schneller zu laufen. 

das ist das gleiche wie mit farah. Damals haben auch alle gesagt warum lauft ihr taktische Rennen und lässt euch abkochen, aber sie waren halt auch langsamer als Mo der hohe 12:40er zeiten laufen konnte was kaum ein anderer konnte zu seiner Zeit.

Um Mo aus den Schuhen zu laufen hätte es schon einen haile, komen oder bekele in Textform gebraucht, ein 12:55 Läufer hatte dagegen gar nicht das Potential ihn abzuhängen, daher war es für sie cleverer um Silber zu sprinten als soch aufzureiben und 6. zu werden.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - Delta - 06.08.2019

Zitat: 
Zitat: 
Ich verstehe die Aufregung gar nicht, vor fünf Jahren war Benitz als Sieger noch langsamer, vor acht Jahren Schlangen. Jens-Peter Herold gewann in den 90er Jahren mal mit ner knappen 3:50.
 1987 gewann Thomas Wessinghage die 5000m mit 14:09, so kann man sich täuschen von wegen "früher waren die Leistungen eindeutig besser".

Von 1973 - 1990 waren diese 14:09 die Ausnahme alles sonst ab 13.20 - 13:59 ohneDdr Werte zu berücksichtigen


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - aj_runner - 07.08.2019

@ RalfM: Deshalb hatte ich auch die Medaillengewinner ausgenommen.
Zu Recht wird hier im Forum immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig eine DM auch für Atheten der zweiten Reihe ist. Dafür trainieren sie dann 7 bis 10 Mal die Woche, suchen sich Rennen um die Quali zu schaffen und sind sie dann dabei, wird gelaufen wie im gehobenen Hobby-Segment. In meiner aktiven Zeit wäre das keine Option für mich gewesen. Auch deshalb, um meinem Trainer zu zeigen, ich habe das Maximale rausgeholt. Mit welcher Einstellung teilweise an den Start gegangen wird (auch bei normalen Sportfesten), dafür würde ich meine Freitzeit nicht opfern.

Und da ich häufiger als Zuschauer dabei bin, sehe ich mich durchaus als relevanten Stakeholder.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - gera - 07.08.2019

bei KoKo war vom 1.Schritt an zu sehen, das sie das Maximale aus sich herausholen wollte, bei vielen Mittel-Langsrecklern vermisse ich diesen Willen auch.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - JoelH - 07.08.2019

(07.08.2019, 09:27)gera schrieb: bei KoKo war vom 1.Schritt an zu sehen, das sie das Maximale aus sich herausholen wollte, bei vielen Mittel-Langsrecklern vermisse ich diesen Willen auch.

Es kommt hierbei auf die Zielsetzung an. Koko wollte den Rekord, das geht mit bummeln nur ganz schwer. Ob sie gewinnt war gar keine Frage und das nicht nur von ihrem Selbstverständnis her. 
Bei den anderen Rennen war die Zielsetzung Titel. Warum sollte also Ringer die Arbeit machen, wenn er sich relativ sicher ist gegen die beiden anderen im Spurt zu gewinnen? 

Und was 800m Damen angeht, die haben m.E. schon versucht die Norm anzugreifen, aber die zweite Runde war einfach schwach, wie eigentlich immer bei Hering (wie ich finde).
Das Problem in D scheint es zu sein, dass es im Training niemanden gibt der die Messlatte höher legen kann, deshalb stagniert man auf "seinem" "Trainings"niveau.  Weil es eben genügt um zu gewinnen.

Übrigens vermute ich hier auch einen Ursprung von KoKos Leistungssprung. Wenn man plötzlich nur noch eine von vielen ist, dann muss man  wieder beißen.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - Jo498 - 07.08.2019

Es ist natürlich auch nicht so schwer, sich "was zu trauen", wenn man eh klar der/die beste ist. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, Koko hat sich auch dann was getraut, als echtes Risiko damit verbunden war wie zB London 2017 oder vorher (erfolgreicher) u20 WM 2016; das ist auch eine Typfrage und eine der mentalen Stärke.

Wie schon geschrieben wurde, Ringer war in dem Rennen nun mal der stärkste sowohl von der BL/SB als auch im Spurt. Läufer wie Boch, Thorwirth oder Hendel liefen 15-20 sec. über BL. Ihre ca. 13:45-50 PB sind sie aber ziemlich sicher nicht von vorne gelaufen, sondern in gepaceten bzw. ingesamt schnelleren Rennen, in denen sie nicht führen mussten.
Die wissen genau, dass sie das von vorne eher nicht schaffen und auch, dass die 3-4 besten im Feld mit 13:10-30 PB keine Angst haben müssen, 13:45 pace mitzugehen. D.h. es ist ganz rational, etwas Luft zu lassen und zu hoffen, dass man einen letzten km um 2:30 packt und damit vielleicht eine Medaillenchance hat.

Wenn man sich das Ergebnis und die BL/SB anschaut, dann wären die ersten drei in einem Rennen mit 13:30 Siegerzeit ziemlich sicher dieselben gewesen (vielleicht Platz 2+3 vertauscht) und 4-7 vermutlich ebenfalls ähnlich, nur vielleicht Orth auf 4 u.ä. Permutationen.

Und wenn die Felder gleichmäßig stärker wären, also 10 13:15-25 Läufer, wäre es wieder für jeden von denen zu riskant, vorneweg auf BL zu laufen.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - DerC - 07.08.2019

(06.08.2019, 23:05)dominikk85 schrieb: Bezüglich 5k Männer muss halt auch sehen das ringer sowohl der beste Spurter ist als auch die beste PB hat, das heißt die anderen hätten gar nichts davon gehabt schneller zu laufen. 

das ist das gleiche wie mit farah. Damals haben auch alle gesagt warum lauft ihr taktische Rennen und lässt euch abkochen, aber sie waren halt auch langsamer als Mo der hohe 12:40er zeiten laufen konnte was kaum ein anderer konnte zu seiner Zeit.

Ist nicht das gleiche. Ringer hatte mehr Sicherheit zu gewinnen als Farah bei vielen seiner Rennen. Farah hat einige Rennen gewonnen, in denen er nicht der beste Spurter im Feld war, aber am besten positioniert. Wie Petros den Spurt von vorne zu ziehen war nicht blöd, gerade Parsons hat lange gebraucht um ihn einzuholen. Wäre Farah nicht fast immer am Ende an der Spitze gewesen, hätte er häufiger verloren.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - Jo498 - 07.08.2019

Petros hätte vielleicht noch ein wenig eher Tempo machen können. Er ist wesentlich stärker in der Endbeschleunigung geworden als noch zB 2017 bei der u23. Andererseits ist knapp 2:30 (sein 1500m-Tempo) für den letzten km für ihn sicher am Limit.
Selbst Parsons mit 8 sec. stärkerer 1500m BL schrieb auf Instagram, dass es die schnellste Schlussrunde seiner bisherigen Karriere gewesen wäre. Wie gesagt, die erste Plätze wären auch bei etwas anderem Verlauf ziemlich sicher gleich gewesen und entsprechen auch genau der PB/SB-Folge.


RE: Deutsche Meisterschaften 2019 - Berlin 03-04.08.2019 - Morcelli - 07.08.2019

(06.08.2019, 17:56)Biene schrieb: Wir wollen mal etwas zur Diskussion stellen: Es geht umd den 1.500 m Lauf (Note 6) und den 5.000 m Lauf (Note 5)
der Männer: 

Was hier geboten war für uns als Zuschauer eine Frechheit: Über 1.500 war die Siegerzeit 3.56 Minuten!!! Auf jeden Fall
war dies eindeutig Arbeitsverweigerung /Taktik hin und her/. In einem solchem Fall dürfte der Titel Meister gar nicht ver-
geben werden. Ohne Fleiß kein Preis. Im 5.000 m Lauf fast daselbe.

Selbst in der Ära Bodo Tümmler/Thomas Wessinghage waren die Leistungen eindeutig besser.

Alle 5000/1500 m Läufer sollte sich bei den Damen ein Beispiel nehmen. Konstanze Klosterhalfen (überragend), Alina
Reh, Miriam Dattke, Catherine Cranz, Christina Hering und Trost brachten allesamt gute Leistungen.
Glückwunsch zum dümmsten Post des Jahres. 

Du merkst ja selber, dass bei den Frauen die Dichte nicht so eng beisammen ist. Dadurch können die oben genannten Damen einfach Vollgas laufen und das Rennen gewinnen. In internationalen Rennen geht das dann nicht mehr - und man könnte durchaus sagen, dass es sinnvoll ist taktische Rennen auch früh zu lernen. 

​Bei den Männern ist die Dichte viel höher. Ein Ringer kann nicht komplett von Vorne laufen - dann schlagen ihn Parsons und Petros. Gleiche gilt für Benitz oder Amos - da entscheiden Zehntel oft. Und das Ziel bleibt ja immer noch eines: gewinnen. 

Und so ein Lauf von Koko ist geil - aber Spannung war Fehlanzeige bei den Damen. Da schau ich lieber die Männer, wo es dann eng und spannend zur Sache geht.