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Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Druckversion

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RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Gertrud - 10.12.2019

Da ich betroffen bin, ist diese Sache sehr wichtig für mich. Durch die bisher neun Chemotherapien von 16 ist mein Immunsystem natürlich sehr angeschlagen. Fatigue, Obstipation, Schleimhautveränderungen (Nasenbluten), Geschmacksveränderungen sind ständige Begleiter. Eine Chemo musste aufgrund der geringen Leukozytenanzahl verschoben werden. Bei 1300 geht nichts mehr. Bei 3300 konnte man wieder die Infusion geben. Ich versuche, mit geballter ärztlicher Hilfe und einem sehr guten Freund und Internisten, dessen Frau genau meine Krebsart und auch den Schweregrad hatte, die Nebenwirkungen der Chemo einzudämmen. Die personifizierte Krebstherapie wird erst in etwa zehn Jahren greifen - leider!!! In der Zwischenzeit werden die guten Zellen auch leider angegriffen. Ich nehme zusätzlich im den Bereichen Zink, Selen, Vit. D und Vit B-Komplex täglich ein. Die Auswirkungen auf die Sensorik lassen sich so recht gut eindämmen, wozu ich noch ein Spezialtraining durchführe und die Rezeptoren stimuliere. Vieles habe ich mir selbst erarbeitet, weil ich enorm viel recherchiere. 

Mein VitB12-Spiegel war letztens in Ordnung, der Vit D-Spiegel etwas unterhalb der Norm. Ich bin aber gewarnt worden, mit einer einmaligen Hammerdosis Vit D pro Woche zu substituieren. Eine ehemalige Ärztin und Schülerin hat mich darauf aufmerksam gemacht, solche Hammergaben nicht ohne Nierencheck und VitD-Check einzunehmen. Der Hausarzt hat auch abgeraten. Der teure VitD-Check, der oft angepriesen wird, bringt keinen Vorteil. Man muss etwa 50 € ohne Vorteil zahlen. Ich habe die medizinische Begründung hinsichtlich Nieren gelesen. Ich höre mir immer mehrere Meinungen an. Zudem sind die natürlichen Zubringer wie Natur und Ernährung sehr wichtig und auch die mentale Ruhe halte ich für einen entscheidenden Parameter der Gesundung.

Letztens wollte mich eine Bekannte mit Negativmeldungen über Krebs zutexten. Ich habe sofort reagiert und lasse solche Sachen gar nicht zu, weil ich hundertprozentig auf Heilung eingestellt bin - fertig!!! Ich genieße mein jetziges Leben mit einer sehr hohen Intensität und Lebensfreude und bin mir der Endlichkeit bewusst, die uns alle irgendwann trifft. Im Angesicht dessen bekommt mein Leben eine ganz eigene Dynamik, Qualität, aber auch Gelassenheit und Entschleunigung. Ich bin gut vorbereitet in jeder Hinsicht, aber ohne eine Furcht oder Bitterkeit. Ich habe zwei Leben in das Meinige gepackt, was will man mehr erwarten?  Thumb_up ‌Es ist alles geordnet, sogar, wer mal meine Ausarbeitungen bekommt. Ich kann die noch verbleibende Zeit in aller Ruhe verbringen. Spätestens ab April geht´s wieder steil bergauf!!! Thumb_up Achtsamkeit in jeder Hinsicht auch hinsichtlich NEM ist wichtig!!! Auch die sehr guten Tipps eines Foristen hier versuche ich umzusetzen. 

Gertrud


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Gertrud - 10.12.2019

Was ich für sehr entscheidend halte und ich eigentlich nie praktiziert habe, ist ganz einfaches Relaxen. Ich war gestern in der Marler City und habe die Seele wirklich baumeln lassen und viele Bekannte von früher getroffen. Früher hätte ich solche Momente als Verschwendung angesehen und mich wieder mit Aufgaben überhäuft. Ich habe mich wirklich auch mental regeneriert und lerne andere Welten kennen, die mir doch eine gewisse Power geben.

Ich halte diese Gesundheitschecks von Parametern für äußerst wichtig, um Defizite, die nun mal beim Krebs auftreten, auszugleichen. Man muss die Hebel an Körper und Geist vornehmen. Es findet eine Wechselwirkung statt. Ich halte das Auffüllen der Vitamine und Mineralien und Spurenelemente schon für wichtig, damit Prozesse im Körper funktionieren können und auch prophylaktisch z. B. gegen die Polyneuropathie wirken. 

Gertrud


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - icheinfachma - 10.12.2019

Hallo Gertrud, ich habe gerade Ihre letzten beiden Beiträge gelesen. Ich war erstmal ganz erschrocken und wünsche Ihnen gute Besserung! Ich bin mir sicher, dass sie Ihre Recherchefähigkeit auch zur Bekämpfung der Erkrankung zu nutzen wissen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch / Sportler irgendwann mal eine WM- oder Olympiamedaille gewinnt, ist sehr gering. Trotzdem haben Sie es mit mehreren Athletinnen geschafft. Die Wahrscheinlichkeit, eine Krebserkrankung zu überleben, ist ebenfalls gering, aber warum sollten sie nicht auch das schaffen? Wink

Ihre PN sind leider deaktiviert, deshalb habe ich das mal hier geschrieben.


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Gertrud - 10.12.2019

(10.12.2019, 10:23)icheinfachma schrieb: Hallo Gertrud, ich habe gerade Ihre letzten beiden Beiträge gelesen. Ich war erstmal ganz erschrocken und wünsche Ihnen gute Besserung! Ich bin mir sicher, dass sie Ihre Recherchefähigkeit auch zur Bekämpfung der Erkrankung zu nutzen wissen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch / Sportler irgendwann mal eine WM- oder Olympiamedaille gewinnt, ist sehr gering. Trotzdem haben Sie es mit mehreren Athletinnen geschafft. Die Wahrscheinlichkeit, eine Krebserkrankung zu überleben, ist ebenfalls gering, aber warum sollten sie nicht auch das schaffen? Wink

Ihre PN sind leider deaktiviert, deshalb habe ich das mal hier geschrieben.

Ich muss Sie korrigieren. Die Aussichten beim Brustkrebs sind schon sehr gut. Ich hatte allerdings einen G3-Knoten (also aggressiv, aber nicht in der Peripherie). Ich hatte Glück im Unglück, den Knoten selbst entdeckt zu haben. Ein halbes Jahr später - und die Aussicht wäre gering gewesen.

Ich habe zudem das unverschämte Glück, rundum hervorragende Therapeuten um mich zu haben, die ich jederzeit konsultieren kann. Zudem bin ich ein Mensch, der alles hinterfragt und auch an den besten Lösungen arbeitet und sich mental hervorragend im Griff hat. Never give up!

Ich überlasse den Ärzten das Denken nicht allein. Ich habe letztens selbst eine Blutuntersuchung der Vitamine und der Schilddrüsenfunktion beim Hausarzt veranlasst und bekommen. Es findet aufgrund dieser Untersuchung eine ganz leichte Unterstützung statt, die der Onkologe von sich aus nicht durchgeführt hätte. Ich bin sehr aufmerksam. Die Venen meines linken Armes sind schon total zerstochen. Am Port ist eine Blutentnahme bei mir nicht möglich. Ich komme mir manchmal vor wie vor oder beim TÜV. Macht euch keine Sorgen hier, ich zerfließe nicht im Selbstmitleid, sondern richte alles positiv aus! Es fällt mir schwer, körperlich nicht Gas geben zu dürfen. Die Schnappatmung setzt mir aber sofort die Grenzen. Die Sauerstoffsättigung dessen, was noch vorhanden ist, ist gut; nur habe ich davon zu wenig. 

Was ich an mir feststelle, ist die Tatsache, dass sich die Mentalität doch sehr verändert. Aufmerksamkeit, Achtsamkeit nehmen enorm zu, auch inneres Glück und die Wertschätzung ganz anderer Lebensbereiche. Ich reflektiere mehr als vorher. Die Akzente verschieben sich enorm.

Gertrud


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - dominikk85 - 10.12.2019

Richtig, es kommt stark auf die krebsart an und da auch auf den subtyp (bei Brustkrebs östrogen positiv oder negativ, her 2 positiv oder negativ) an, aber insgesamt sind die 10 Jahres überlebensraten bei nicht metastasiertem Brustkrebs inzwischen fast bei 80%. Natürlich steigt auch das Risiko einer zweiterkrankung, aber das ist natürlich eher bei jüngeren Patienten ein Problem, da allgemein noch mehr Zeit da ist um eine zweiterkrankung zu entwickeln.

es ist natürlich immer noch eine potentiell tödliche Erkrankung, aber mit vielen Formen kann man inzwischen ganz gut leben auch wenn es natürlich immer noch  zu fast 100% tödliche Formen gibt (Pankreas, bestimmte hirntumore z.b)


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Gertrud - 10.12.2019

(10.12.2019, 15:44)dominikk85 schrieb: Richtig, es kommt stark auf die krebsart an und da auch auf den subtyp (bei Brustkrebs östrogen positiv oder negativ, her 2 positiv oder negativ) an, aber insgesamt sind die 10 Jahres überlebensraten bei nicht metastasiertem Brustkrebs inzwischen fast bei 80%. Natürlich steigt auch das Risiko einer zweiterkrankung, aber das ist natürlich eher bei jüngeren Patienten ein Problem, da allgemein noch mehr Zeit da ist um eine zweiterkrankung zu entwickeln.

es ist natürlich immer noch eine potentiell tödliche Erkrankung, aber mit vielen Formen kann man inzwischen ganz gut leben auch wenn es natürlich immer noch  zu fast 100% tödliche Formen gibt (Pankreas, bestimmte hirntumore z.b)

Irgendwann will der Tod seine Ursache haben. Zunächst hieß es nach der Stanzbiopsie, dass keine Chemo vonnöten sei. Als man den 1,5cm großen Koten eigeschickt hatte, gab es keine Zweifel. Die Chemotherapie war Pflichtprogramm. Ich vertrage alles aber relativ gut und esse auch gut durch. Allerdings haben Ananas und Mango, meine Lieblingsfrüchte, einen anderen Geschmack.

Nach der vierwöchigen Pause nach der Chemo stehen noch 26 anstrengende Bestrahlungen an, die wohl sehr schlapp machen sollen; aber wenn ich sie auch so gut wie alle Krebsmaßnahmen bisher schaffe, kann ich nicht klagen. Ich hatte auch mein erstes MRT vor der Krebs-OP, das man mir als schwierig geschildert hat. Ungelogen - ich bin während des Procederes eingeschlafen und erst beim Herausziehen aufgewacht. "Sagen Sie bloß, sie haben geschlafen?!" Ich war und bin unglaublich tiefenentspannt und mental nur nach vorne gerichtet. Warum soll ich mich verrückt machen? Wat kütt, kütt!!! 

Gertrud


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Gertrud - 24.06.2020

Ich muss anderen Menschen mit Brustkrebs mal Mut machen. Ich habe die 15 Chemotherapien und die 27 Brustbestrahlungen hervorragend überstanden. Ich habe auch sehr gute Freunde, u.a. einen ehemaligen Kugelstoßer und pensionierten Internisten, der mir zu NEM in meinem Fall geraten hat. Ich nehme auch weiterhin Zink, Selen, Vit B komplex und Vit D zu mir. Viele Krebspatienten haben unheimliche Probleme mit der Polyneuropathie, wogegen vor allem wohl auch das Vit B Komplex hilft. Ich habe zudem bei jeder Chemo Eispads an Füßen und Händen getragen, was meine Rezeptoren wach gehalten hat. Was ich bis dahin nicht wusste, dass man die Eisbehandlung auch an den Nägeln durchführen soll. Ich habe alle Nägel verloren. An den Händen sind sie sukzessive nachgewachsen und haben sich regelrecht zersetzt. Nach kurzer Zeit der Säuberung sahen meine Nägel aus, als käme ich aus der Grube. Sie waren auch dreimal so dick wie üblich. Die Fußnägel konnte ich teilweise von oben abnehmen oder abschneiden. Sie waren braun und leblos. Demnächst werde ich mich zur ersten Darmspiegelung anmelden. 

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr strategisch auch diese Sache angegangen bin. Zwei Tage habe ich gebraucht, um meine Psyche auf den Kampfmodus einzustellen. Dann war das Thema für mich von der traurigen Seite aus erledigt. Ich habe auch insofern umgestellt, dass ich mich heute durch andere nicht mehr belasten lasse. Ich habe gelernt, konsequent nein zu sagen. Ich mache nur noch das, was mir Spaß macht. Es folgen jetzt zwei Stunden im Garten, zwei Stunden finanzielle Recherchen mit Umweltthemen vorrangig und dann kommt wieder die Leichtathletik an die Reihe. Diese drei Dinge faszinieren und entspannen mich. Ich bin sehr gut strukturiert.

Gertrud


RE: Nahrungsergaenzungsmittel und Krebsrisiko - Gertrud - 24.06.2020

Kleine Korrektur: 37 Brustbestrahlungen

Gertrud