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Was Wlad schon lange wusste ... "Neuroathletik" - Gertrud - 09.01.2016 Leichtathletik.de : "Den Auftakt der Präsentationen machte jedoch ein anderer: Lars Lienhard. Als Neuro-Athletik-Trainer hat er eine neue Trainingsmethode entwickelt und bezieht die neurologischen Grundlagen des individuellen Athleten in seine Trainingsplanungen ein. Der ehemalige Leichtathlet und Sportwissenschaftler arbeitet intensiv an den neuronalen Schutzreflexen der Sportler und schafft es so, im Gehirn geschaffene Grenzen zu überwinden." Ich musste doch schmunzeln, als ich den Artikel las. Das ist genau das, worüber Wlad schon sehr lange hier im Forum und davor im leichtathetik.de-Forum geschrieben hat, das Gehirn ganz stark in unsere Betrachungen einzubeziehen. Lienhard spricht vom blinden Fleck bei Ausfall eines anatomischen Areals. Ich habe schon ganz lange Übungen in meinem Konzept, ausgesparte Areale wieder durch spezielle Mechanismen zu beteiligen. Wenn man sehr interessiert und belesen ist, weiß man um diese Dinge. Das sind ganz wichtige Mechanismen, Verletzungen auszuschalten. Es schwappen viele Methoden aus den USA herüber, die man bei guter Recherche schon lange bei deutschen Spezialisten finden kann. Wenn es Schmerzauswirkungen in einem Körperteil gibt, können die Ursachen ganz woanders liegen. Ein sehr guter Trainer muss diese nervalen Zusammenhänge wissen. Auch dauert es manchmal ein halbes Jahr, um Gebiete durch spezielle Einflussnahmen stark zu machen, ohne die eigentliche Region bewegungsmäßig zu schulen. Das alles hat seinen neuronalen Ursprung. Der Körper ist schon sehr diffizil.Gertrud RE: Was Wlad schon lange wusste ... "Neuroathletik" - MZPTLK - 09.01.2016 Was ist wirklich 'neu'? RE: Was Wlad schon lange wusste ... "Neuroathletik" - Gertrud - 09.01.2016 (09.01.2016, 18:26)MZPTLK schrieb: Was ist wirklich 'neu'? Neu ist daran, dass hier jetzt einige aus dem "Dornröschenschlaf" erwachen und bestimmte Sachen in die Tat umsetzen wollen. Entscheidend ist aber nicht das Herauspicken einiger Inhalte, sondern die Betrachtungsweise in seiner Gesamtheit. Wenn ich z.B. eine Kraftübung beurteile, kann ich nur so gut sein, wie mein Gehirn das in einer möglichst großen Palette im Kontext hergibt. Es ist ein Irrglaube, dass die Biomechanik die nervale und sensorische Seite nicht betrachtet. Es muss nur gut gemacht werden. Das Reflexverhalten gehört in der Betrachtung dazu. Allerdings gibt es in einigen biomechanischen Studien die Verwendung von Geräten, die ich längst eliminiert hätte. Ich gebe ein anderes Beispiel für eine komplexe Betrachtungsweise. Letztens wurde in Mainz die Achillessehne hinsichtlich stiffness demonstriert und auch die Verletzungsträchtigkeit durch diese Region dargestellt. Ich gebe immer das Beispiel mit dem Flachdach, wo das Wasser nicht unbedingt da erscheint, wo die undichte Stelle ist. Also gehört ein globales Wissen dazu. Stiffness ist lediglich ein Punkt der Prophylaxe. Wenn man sich den Idealkörper für leichtathletische Disziplinen vorstellt, sollten bei ausgeglichenem Training keine Verletzung übungsbedingt passieren. Schwächen und Stärken interagieren zwischen unterschiedlichen Körperregionen. Ich kann den glutaeus maximus lokal stärken oder bewusst durch andere Maßnahmen stärken oder schwächen. Das ist eine lange Geschichte. Gertrud RE: Was Wlad schon lange wusste ... "Neuroathletik" - RalfM - 09.01.2016 Gilt auch alles für den Ausdauerbereich. Noakes vor allen anderen hat hier in den letzten 10 Jahren aufgeräumt. Blut-Laktat ist ein sinnvoller Parameter zur Fitness-Überwachung, aber ist nicht ursächlich für Ermüdung auf Laufstrecken. Müdigkeit auch der Beine ensteht vor allem im Kopf. An diesen Hebeln hatten ja auch schon die Radsport-Pioniere vor 100 Jahren angesetzt. Die Trainingsmöglichkeiten ohne UM sind nun mal beschränkt. RE: Was Wlad schon lange wusste ... "Neuroathletik" - Gertrud - 10.01.2016 Es ist durchaus richtig, dass man auf leichtathletik.de derartige Informationen einem breiten Publikum zur Verfügung stellt. Damit zeigt man natürlich auch oft den Wissensstand oder den fehlenden Wissenstand an. Insgesamt denken Trainer sicherlich über diese Inhalte nach - auch das eben nach Wissensstand. Wenn ein IT-Experte und ich Meldungen betrachten, dann sind für mich viele Dinge neu, für ihn aber "olle Kamellen". Auch der Körper muss durch viele Amnesien manche Bewegungen wieder neu erlernen z. B. bei Dysbalancen. Diese Dinge gehen eben über die nervale Schiene. Ich komme immer wieder darauf zurück, dass daher eben das gewichtheberische Training unsere leichtathletischen Bedürfnisse nur zu einem kleinen Teil beantwortet und oft erheblich diese negativen Dysbalancen verschärft. Gertrud RE: Was Wlad schon lange wusste ... "Neuroathletik" - MZPTLK - 10.01.2016 Dass es Stellen im Körper gibt, die anderen 'hinterherhinken', dass die Kette nur so gut sein kann wie das schwächste Glied, dass es wenig bis nichts bringt, sich auf einzelne Regionen zu konzentrieren, dass der Körper nicht schneller sein kann als der Geist, usw. sollte doch lange bekannt sein ![]() Richtig ist, dass das Muskel-Nervenzusammenspiel noch mehr erforscht werden sollte und Beachtung finden muss. |