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Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - Druckversion

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Nadine Kleinert bei spiegel-online: "In zehn Jahren ist die Leichtathletik tot" - diwa - 18.09.2019

Nadine Kleinert über die Zukunft der Leichtathletik:
https://www.spiegel.de/sport/sonst/ex-kugelstosserin-nadine-kleinert-gibt-leichtathletik-keine-zukunft-a-1287378.html#js-article-comments-box-pager

Interessant - und entlarfend - sind die Kommentare zum Artikel...

Ciao

dirk


RE: Netzfundstücke - dominikk85 - 18.09.2019

Krass, 90% der kommentare sind LA ist langweilig oder  LA sind zu 99% gedopt.

Finde es aber auch schade das kleinert als paketzustellerin arbeiten muss, hat sie nichts gelernt? Wie Gertrud immer sagt muss man halt als LA bis auf ganz wenige Ausnahmen eine Ausbildung oder ein Studium machen.

das soll jetzt nicht respektlos gegenüber paketzustellern sein, aber das ist doch sicher nicht das idealbild eines mehrfachen Medaillen gewinners (auch wenn Kim collins sagte er harkt lieber draußen Laub als drinnen im Büro zu sitzen, aber das ist auch eine andere Kultur und anderes Wetter dortSmile).


RE: Netzfundstücke - Jo498 - 18.09.2019

Die Prophezeiung ist ein bißchen naiv, weil man vor 10 Jahren vermutlich exakt dasselbe hätte sagen können und die ähnlich halbgare Kommentare geerntet hätte. Die LA ist aber in der Zwischenzeit nicht verschwunden.
Daher spricht wenig dafür, dass sie in den nächsten 10 Jahren verschwinden wird.

Das Problem ist ja auch nicht, dass die LA zu klein ist. Die meisten anderen Sommerindividualsportarten sind (deutlich) kleiner, vermutlich alle außer Straßenradfahren und Tennis. Und wenige haben so eine starke Breitensportpräsenz wie die LA über Straßenlauf. Das Problem ist eher, dass in einigen der "kleinen Sportarten" Deutschland international recht erfolgreich ist, zB Kanufahren und Reiten, während die LA eben international so groß ist, dass aufgrund der starken Konkurrenz, D bei einer WM/OS eher wenige Medaillen schafft und alles außer Medaille kaum wahrgenommen wird.


RE: Netzfundstücke - lor-olli - 18.09.2019

Und bei dieser Einschätzung auch nicht vergessen > die Kommentare erscheinen ja im Spiegelforum, nimmt das jemand ernst oder schaut da ernsthaft hinein? (Ich lese dort bewusst nicht, hier "tobt sich die Meute aus", die Bildzeitung unterlässt das sicher nicht ohne Absicht…)

Zu Kleinert: Ihre berufliche Perspektive beurteile ich nicht, ich kenne weder ihre Qualifikationen noch ihre Vorlieben, auch weiß ich nicht ob sie selbstständig oder angestellt arbeitet. (Hunderttausend machen einen ähnlichen Job, auch weil "wir" bestellen statt selbst den Hintern hoch zu bekommen…)

Den Tod der Leichtathletik sehe ich so nicht, nur weil ein Sport es nicht in die Abendnachrichten schafft stirbt er nicht aus. (Und wenn Fußball läuft vergeudet lor-olli seine knappe Zeit sicher nicht damit Fernsehen zu schauen, wenn ich spannendes Geldgeschacher sehen möchte, dann schaue ich auf die Börse und nicht uninspirierten Balltretern zu… Wink )


RE: Netzfundstücke - dominikk85 - 18.09.2019

Tod der LA sehe ich auch nicht, aber die entwicklung des wir erstens kaum internationale Top Meetings in Deutschland haben und zum anderen bis auf den Höhepunkt kaum noch LA im free TV zu sehen ist ist natürlich schlecht. Auch Eurosport 1 zeigt ja leider nicht mehr wirklich viel, das war vor 10 Jahren anders.

dennoch sieht es mit dem Nachwuchs doch eigentlich nicht schlecht aus, gerade im Junioren Bereich hat der DLV doch in den letzten 7-8 Jahren ordentlich abgeräumt und viele Top Talente sind durchgekommen (Gina, kaul, koko, reh) auch wenn andere den Sprung vom Junioren medaillengewinner zur Weltklasse leider nicht geschafft haben und Verletzungen zum Opfer gefallen sind.

insgesamt sind die Junioren Ergebnisse aber vor allem in Europa im letzten Jahrzehnt aber sehr stark und meiner Meinung auch besser in den 2010er Jahren als in den 2000er Jahren wo die LA ein kleines down nach den tollen allerdings von der DDR Vereinigung gestützten 1990er Jahren hatte.


RE: Netzfundstücke - MZPTLK - 18.09.2019

So schnell stirbt es sich nicht, aber wer sich wirklich umsieht, und zwar nicht nur vom Sessel aus,
der muss feststellen, dass auf vielen Sportplätzen fast nur noch Senioren, Kinder und ein paar Jugendliche rumturnen.
Die 20-30 Jährigen sind viel zuwenig aktiv, die Teilnehmerfelder sind dünn, das Niveau stürzt sehr schnell ab.


RE: Netzfundstücke - Jo498 - 18.09.2019

Das ist aber keine Entwicklung der letzten 10 Jahre. Der Einbruch in der  bzw. nach der Jugend und im Breitensport (außer evtl. Straßenlauf) zeichnete sich  schon vor 30 Jahren ab. Und ich bezweifle, dass hierfür dieselben Ursachen wie für die angeblichen Probleme der professionellen/SpitzenLA anzunehmen sind.


RE: Netzfundstücke - Küstenkrebs - 18.09.2019

Gibt es wegen eines über ein Einzelschicksal hinaus wenig informativen SPON-Artikels mehr Zugriffe auf la.de und ist damit die LA zumindest online bereits heute tot?


RE: Netzfundstücke - aj_runner - 19.09.2019

Erschreckend ist die Reaktion des Forums (> 100 Antworten ist ein absoluter Spitzenwert für einen LA-Artikel) und spiegelt so gnadenlos den tatsächlichen Stellenwert der LA wider. Auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Wenn in einem Unternehmen die "Nichterreichten" die Mehrheit übernehmen, kann man es gleich schließen.Zu den Argumenten von Kleinert:
Mangelnde Attraktivität, kaum noch TV-Präsenz, die unsichere Situation der Trainer und die fehlende finanzielle Absicherung der Athleten sieht Kleinert als wesentliche Ursachen für die Krise der Sportart. Hier hat sie in allen Punkten Recht! 

Dass sie heute Paketzustellerin ist, ist eine andere Diskussion. Hierfür muss nicht die Leichtathletik schuld sein. Nicht jede Kerze auf einer Torte leuchtet gleich hell. Ob es bei ihr ein Grund ist, weiß ich nicht.


RE: Netzfundstücke - nico - 19.09.2019

In allen Punkten Recht? wer soll das bezahlen? Regierung, DLV, wir als Steuerzahler? Für die Handvoll, die nicht nach Doha wollen (können)?
Gibt wichtigere Möglichkeiten Geld in die Hand zunehmen. Wir sollten uns auf Schüler, Jugend,Junioren konzentrieren. Gedanklich gratuliere ich jedem Leistungssportler, der ab Ende 28 sich über sein Karriere- Ende Gedanken macht und die dann bald möglichst umsetzt. Wen hat (NK)sie eigentlich als "Übungsleiterin" morgens um 8 trainiert und der dann auch noch kein "Bock" hatte? Frau Schäfer hat vollkommen Recht: Schule, Lehre oder Abi, Studium und trainieren sooft, soviel man will. Den "Kachelzähler", den Fechtern, den Bogenschützen usw. geht es doch nicht besser.  Trotzdem sind es doch faszinierende, aufregende Wettkämpfe.
Nur der "Wasserkopf " ist nicht so groß. Warum haben wir so viele BT und dann noch LT alle müssen mit in zahlreiche TL. Mehr kranke und verletzte, die nicht mit nach Doha fahren können hätten wir auch nicht, wenn sie hier trainiert hätten.
Der DLV sollte/könnte eine Arbeitsgruppe bilden, die sich um die Verkürzu ng der Wettkämpfe bzw. eines Wettkampftages befasst. Zb: warum nicht nur 3 Versuche in Wurf- und Sprungwettbewerben? Wie viel haben Läufer? Einmal Zucken und du fährst wieder ca. 800km! heim. (Jugenhallenmeisterschaften Neubrandenburg)