Leichtathletikforum.com
Ich habe heute trainiert - Druckversion

+- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com)
+-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Training in Praxis und Alltag (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=6)
+--- Thema: Ich habe heute trainiert (/showthread.php?tid=3452)



RE: Ich habe heute trainiert - Halloo - 29.12.2020

(29.12.2020, 16:30)Diskusmann schrieb:
(28.12.2020, 15:31)Halloo schrieb: ...Warst du wirklich bei Ol. Spielen dabei oder meinst du lediglich, dass Gewichtsheben olympisch ist? Wenn ersteres zutrifft Hut ab.

Olympisches Gewichtheben bezeichnet die bei Olympischen Spielen durchgeführten Disziplinen des Reißens und Stoßens (bis Anfang der 70er Jahre noch zusätzlich des Drückens). Olympisches Gewichtheben ist ein stehender Begriff, den auch ein Leichtathletiktrainer kennen könnte/sollte/müsste. Die auch im leichtathletischen Krafttraining genutzte 20 kg-Langhantel heißt z.B. offiziell Olympia-Langhantel, weil sie die Standard-Langhantel beim Olympischen Gewichtheben ist.

Ja wo kämen wir denn hin, wenn alle Trainer solche Wissenslücken hätten wie ich und nicht wissen, dass Olympisches Gewichtheben ein fester Begriff ist, zumal Olympisches häufig klein geschrieben wird. Ich wußte z.B. auch nicht, dass die 20kg Langhantel offiziell Olympia-Langhantel heißt. Bin mal gespannt, wann sich der Bundesverband Deutscher Gewichtheber e.V. in Bundesverband Deutscher Olympischen Gewichtheber e.V. umbenennt. Big Grin
Spaß beiseite: in den Sechzigern habe ich neben dem LA-Training  jahrelang mit einem Kasseler Gewichtheberteam trainiert, und habe das Gewichtheben, die Techniken  und die Zubringerübungen von der Pike auf gelernt - und war/bin in der Lage, dieses Wissen zu vermitteln. ist das nicht wichtiger als meine bisherigen "Wissenslücken" Huh
Bei einem Körpergewicht von +-60kg habe ich 107,5kg (mit Ausfallschritten links wie rechts) reißen können.


RE: Ich habe heute trainiert - Diskusmann - 30.12.2020

(29.12.2020, 21:25)Halloo schrieb: . Ich wußte z.B. auch nicht, dass die 20kg Langhantel offiziell Olympia-Langhantel heißt. Bin mal gespannt, wann sich der Bundesverband Deutscher Gewichtheber e.V. in Bundesverband Deutscher Olympischen ...
Siehst Du, dann bist Du jetzt schlauer und das kann man auch in Deinem Alter
 durchaus noch gern werden. Keiner muss alles wissen. Ob es als Dreispringer allerdings sinnvoll war oder ist, 107,5 kg reißen zu können, ist zu bezweifeln.


RE: Ich habe heute trainiert - Halloo - 30.12.2020

(30.12.2020, 09:33)Diskusmann schrieb:
(29.12.2020, 21:25)Halloo schrieb: . Ich wußte z.B. auch nicht, dass die 20kg Langhantel offiziell Olympia-Langhantel heißt. Bin mal gespannt, wann sich der Bundesverband Deutscher Gewichtheber e.V. in Bundesverband Deutscher Olympischen ...
Siehst Du, dann bist Du jetzt schlauer und das kann man auch in Deinem Alter
 durchaus noch gern werden. Keiner muss alles wissen. Ob es als Dreispringer allerdings sinnvoll war oder ist, 107,5 kg reißen zu können, ist zu bezweifeln.

Mir hat es halt Spaß gemacht, zumal ich schon immer mit  guter Grundkraft ausgestattet war. Grundsätzlich hast du aber Recht. Mit dem eigentlichen intensiven Gewichtstraining habe ich aber erst nach meiner Jugendzeit begonnen. Es war nicht das Ziel möglichst viele kg zur Hochstrecke zu bringen, die Reiß- und Stoßergebnisse waren immer nur Tests zur Bestätigung, wie sich das Training auswirkte. Die meisten Übungen waren als Zubringer für die LA gedacht - das geschah einmal in der Woche. Allerdings übte ich auch die Gewichtheber-Technik, das allerrdings nie im wirklich hohen Bereich und nur in ausgeruhtem Zustand. 
Nach einer schlimmen Verletzung 1962 in Prag (Ausscheidung für eine gesamtdeutsche EU-Mannschaft) war nicht klar, wie und ob es weitergehen würde. Somit wäre ich um ein Haar beim Gewichtheben gelandet, habe diesen Gedanken aber alsbald gecanzelt. Da ich zur Buwe eingezogen wurde und bei der Militärweltmeisterschaft mitmachen durfte (und wollte), sprang ich halt den Hop mit dem anderen Bein und wurde trotzdem noch Dritter. Ich kenne keinen Dreispringer im höheren Bereich, der die Sprungfolge anders herum schaffte. Aber dafür bekommt man schließlich nix.
Für mich war der Sport immer die wichtigste Nebensache neben Familie und den Fulltimejob, aber eben nicht der wichtigste Lebensinhalt. Immer nur dasselbe zu trainieren hat mir nie Spaß bereitet. So spielte ich z.B. eine Zeitlang im Handballtor und versuchte, die Termine mit der LA zu koordinieren und trainierte ein Jahr lang nebenher mit einer Boxstaffel.  Obwohl die Springerei bei der LA meine Stärke war, betätigte ich mich dort sehr breit gefächert. So lief ich z.B. bei einem Clubwettkampf gegen Hannover als Ersatzläufer gegen den amtierenden deutschen 400m Meister und den Vereinskameraden Loßdörfer (wenig später EU-Vizemeister über die 400m Hürden) die 400m in einer 48-iger Zeit und lag nur knapp hinter den Beiden. Im Fünfkampf wurde ich mehrmals Meister (Süddeutsche und Hessische), wobei der Speerwurf mit wenigen cm weniger als 50m meinen schwächste Disziplin war. So war es nie langweilig. Ich hätte mir nie vorstellen können, ein Hochleistungstraining im heutigen Sinn zu absolvieren, weil das Leben mehr Dinge als nur den Sport bietet. Dafür wurde ich früher kritisiert - ich hätte mein Talent verschleudert. Ich sehe das aber anders. 
Das ewige Gejammer einiger Spitzenathleten über ihre schlechte finanzielle Ausstattung kann ich bald nicht mehr hören. Sie machen das in erster Linie für sich. Wenn sie keiner Beschäftigung nachgehen und keine  Sponsoren habe, sollen sie den Hochleistungssport halt sein lassen.
Ich weiß, dass meine Meinung umstritten ist.


RE: Ich habe heute trainiert - frontrunner800 - 31.12.2020

Nachtrag zu gestern:

Pause


RE: Ich habe heute trainiert - gera - 31.12.2020

diese Einstellung zum Spitzensport gefällt mir schon , Hallo.


RE: Ich habe heute trainiert - Halloo - 31.12.2020

(31.12.2020, 09:15)gera schrieb: diese Einstellung zum Spitzensport gefällt mir schon , Hallo.

In diesem Sinn habe ich immer versucht auf meine Sportler einzuwirken. Allerdings wäre es positiv, wenn sich die Politik für den allgemeinen Sport stärker engagieren würde. 
Als Aktiver war es für mich immer eine erhebende Sache, Deutschland bei Länderkämpfen vertreten zu dürfen. Beim Abspielen der Nationalhymne war ich stets bewegt und auch etwas stolz. Bei der Siegerehrung vor voller Kulisse ganz oben zu stehen (zweimal war mir das vergönnt) war ein erhebendes Gefühl. Trotzdem habe ich den Sport in erster Linie für mich ausgeübt. So ehrlich muss ich schon sein. 
Für einen internationalen Wettbewerb der Senioren*innen mir ein Trikot kaufen zu müssen wäre für mich nie in Frage gekommen, obwohl ich den Seniorensport sehr schätze und einige Oldies von mir in den verschiedensten Disziplinen absolute Weltspitze waren. Noch besser wäre es allerdings, wenn mehr  Oldies mit großem leichtathletischem Wissen sich dem Nachwuchs widmen würden, statt in der Gegend von Wettkampf zu Wettkampf zu tingeln. Kann man natürlich keinen Vorwurf daraus ableiten, doch die Zukunft liegt nicht im Seniorenbereich.
Auch diese Meinung von mir ist umstritten.


RE: Ich habe heute trainiert - frontrunner800 - 31.12.2020

10 Kilometer Silvesterlauf

Guten Rutsch Smile ‌.


RE: Ich habe heute trainiert - TranceNation 2k14 - 01.01.2021

Hast du gewonnen?


RE: Ich habe heute trainiert - Gertrud - 01.01.2021

Zitat:Hallo: Noch besser wäre es allerdings, wenn mehr  Oldies mit großem leichtathletischem Wissen sich dem Nachwuchs widmen würden, statt in der Gegend von Wettkampf zu Wettkampf zu tingeln. Kann man natürlich keinen Vorwurf daraus ableiten, doch die Zukunft liegt nicht im Seniorenbereich.
Auch diese Meinung von mir ist umstritten.

Das gehört zwar nicht zum Thema. sondern ist nur eine Antwort: Noch besser wäre es, wenn man die Gründe auflistet, warum viele Senioren sich nicht mehr zur Verfügung stellen??? Es liegt unheimlich viel Potential in diesem Bereich ungenutzt. 

Wenn ich nur an zwei "Oldies" von Bayer Leverkusen denke: Osenberg und Knut. Bernd Knut sagte mal zu mir: "Gertrud, es kommen keine jungen Trainer und fragen." Es gibt auch noch Trainer in der Versenkung, die bei wesentlich schlechteren Bedingungen als heute Athleten im 44/45er Bereich über 400m trainiert haben. Neu muss nicht unbedingt besser sein. Auch ein Leszek Klima scheint insgesamt nur noch mit der zweiten Reihe bedient zu werden, weil er zeitnah in Rente geht? Man gibt doch mit der Rente nicht den Verstand ab.

Wenn ich mich mit "Nachfolgern" in Wattenscheid vergleiche, dann ist die Verletztenstatistik absolut nicht in meinem Sinne. Die Protagonisten sind in einer vergangenen Saison komplett ausgefallen. Wattenscheid hatte seit Jahren die schlechteste Erfolgsausbeute trotz der wahrscheinlich doch recht gut bezahlten Leute heute im Vergleich zu den früher im Wesentlichen nebenberuflich arbeitenden Trainern. Ich habe den Eindruck, dass die Person an verantwortlicher Stelle den Sachverhalt mit den Gründen nicht sieht oder nicht sehen will.

Ich habe keinen Mangel an Anfragen aus dem Trainerbereich. Es holen sich viele TuT hier Tipps, weil sie um meine autodidaktische Fortbildung wissen. Junge AuA kennen mich natürlich nicht mehr. Der Verband schlägt seit Jahren keine Brücken zu querdenkenden TuT, die nicht "einzunorden" sind. Ich habe übrigens ein Buch auf den Tipp eines anderen Trainers auf meinem Tisch liegen, dessen Verfasser genau die Systeme in Ost und West in diesem Punkt in der Organisation und der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse, die seit Jahren vorliegen, anprangert.

Gertrud


RE: Ich habe heute trainiert - Mathes - 01.01.2021

Zitat Hallo:
Noch besser wäre es allerdings, wenn mehr  Oldies mit großem leichtathletischem Wissen sich dem Nachwuchs widmen würden, statt in der Gegend von Wettkampf zu Wettkampf zu tingeln. Kann man natürlich keinen Vorwurf daraus ableiten, doch die Zukunft liegt nicht im Seniorenbereich.Auch diese Meinung von mir ist umstritten.

Ich habe mich über Jahrzehnte im Verein auch für den Nachwuchs organisatorisch stark eingebracht. Vielleicht waren meine Wertvorstellungen nicht immer kompatibel mit den Vorstellungen jüngerer Trainergenerationen. Deutliche Worte kommen bei einigen Jüngeren nicht immer gut an, manchmal scheint schon ein Guter-Tag-Gruß als fachliche Einmischung empfunden zu werden. Letztendlich habe ich bei einer Gelegenheit eine rote Karte gezeigt bekommen und danach meine Aktivitäten im Verein deutlich zurückgefahren, dafür habe ich mehr Gelegenheiten zur eigenen sportlichen Selbstverwirklichung.
Es darf nicht übersehen werden, auch Seniorinnen und Senioren dürfen Spaß beim Training und Wettkampf  haben.
Gleich wird weitertrainiert.