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Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - LADummy - 30.01.2026 Sportplatzsperrungen – Wie sind eure Erfahrungen? im Januar wurden und sind in Berlin viele Sportplätze geschlossen resp. gesperrt. Offizieller Grund sind die „anhaltenden Witterungsbedingungen“. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass früher solche Maßnahmen derart um sich gegriffen haben. Es hat in Berlin mäßig geschneit. Es ist kalt und z.T. glatt. Ich würde dennoch nicht mal annähernd von nicht zu bewältigenden Wetterbedingungen sprechen. Die Sportler sind im Ergebnis auf unbestimmte Zeit z.T. von ihren Trainingsorten ausgeschlossen worden. Folgende Fragen hätte ich in die Runde: Wie sind Sportämter und Sportler früher mit solchen Bedingungen umgegangen? Wie sieht die Lage in Deutschland diesbezüglich insgesamt aus? Lassen die Vereine derartige Maßnahmen einfach über sich ergehen oder gibt es sowas wie Widerspruchsgeist? Bitte schreibt doch mal eure Erfahrungen hier rein. Vielen Dank! RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - S_J - 30.01.2026 In den letzten Jahren haben die Sicherheitsbedenken schon zugenommen. Vermutlich weil irgendwo etwas passiert ist, geklagt hat und nun schützen sich die Kommunen proaktiv, um nicht haften zu müssen. Ich kenne einige Städte, die im Winter ihre Freiluftsportstätten mangels Flutlicht grundsätzlich sperren bzw nicht zur Vermietung an Vereine freigeben. In anderen Städten bringt man sich Baustrahler mit und schaufelt sich seine Bahn frei... geht eben grundsätzlich solange gut, bis etwas passiert oder sich jemand beschwert. Ich habe grundsätzlich den Eindruck, dass es an vielrn Orten zunehmend schwierig wird, überhaupt offene Sportstätten zu finden oder bezahlbar anzumieten. Ich bin in einem Ort aufgewachsen an dem der Sportplatz grundsätzlich offen war. Egal ob Sommer oder Winter. Vereinstraining hatte natürlich reservierte Zeiten, aber man konnte eben auch sonst flexibel dort trainieren. An meinem.jetzigen Wohnort bin ich 500m vom nächsten Stadion, in das ich aber nur zu angemieteten Zeiten und im Sommer komme, und eine halbe Stunde vom nächsten Stadion, das offen steht... Auf Nachfrage höre ich dazu immer, dass es darum geht, Vandalismus o.Ä. zu verhindern. Aber führt letztendlich dazu, dass es unmöglich oder sehr aufwändig ist, zB in der Wettkampfwoche mal Trainingstage zu tauschen... Deutschland. ![]() Dass auch Mehrzweckhallenzeiten im Winter Mangelware sind, ist ja das nächste Problem. Hat schon einen Grund, warum Vereine mit eigenen Anlagen oder Stützpunkten in der Hinsicht eben auch in der Nachwuchsarbeit bereits deutlich bessere Bedingungen bieten können. Die Lösung ist viel Kreativität. Lauf und in gewissem Maß Sprint können auch bis zu einem gewissen Punkt gut andernorts trainieren. Bei Sprung und vor allem Wurf wird es ... spannender. Da muss man unter solchen Bedingungen eben auf eine Hallensaison ggf verzichten... RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - LADummy - 31.01.2026 Danke für dieses erste Feedback. Was du schreibst, kann ich im Wesentlichen aus eigener Erfahrung bestätigen. Das „Vandalismus“-Argument ist auch in Berlin sehr beliebt. Hinzu kommen ständige Diskussionen mit einigen Platzwarten, die sich mit angeblich existierenden Vorschriften besser auskennen als mit dem Bedürfnis, den Sportlern ein einigermaßen angenehmes Trainingsumfeld zu bieten. So kommt es z.B. häufig zu Auseinandersetzungen über die Rasennutzung. Diese Probleme reihen sich m.E. ein in eine Gesamtsituation, die auf eine zunehmende Erschwerung der Nutzung von Sportanlagen hinführen. Weitere Beispiele aus der letzten Zeit gefällig? - Unzuverlässige Öffnungszeiten, so dass man u.U. vor verschlossenen Toren steht - Plötzliche Sperrung einer alten aber sehr gut nutzbaren Laufbahn durch Bauzäune - Schrittweise Reduzierung der möglichen indoor-Trainingszeiten im Winter - Vorzeitige Schließung von Hallen und Plätzen, wenn angeblich zu wenig Sportler anwesend sind RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - Freaky - 31.01.2026 Was das Stadion angeht, ist das bei uns zum Glück auch so, dass das Stadion immer offen ist. Auch völlig egal welches Wetter. Ich kann mich nicht erinnern, dass das Stadion mal gesperrt war wegen Schnee oder so. Bei den Hallen sieht das natürlich anders aus, da ist auch bei uns nicht viel mit Zeiten tauschen. Die zwei Hallen die wir im Ort haben sind ab dem frühen Nachmittag Mo-Fr. ausgebucht durch die zig Abteilungen vom Verein. Das ist schon relativ streng getaktet. Das einzige was da in der Zwischenzeit "ein Problem" ist, dass wir in den Schulferien nicht in die Halle dürfen, weil angeblich der Versicherungsschutz an die Schulferien gekoppelt ist. Aber gut, als Leichtathletik-Abteilung ist das nicht ganz so schlimm. Über Weihnachten ist eh kaum Training, weil die meisten keine Zeit haben und die Faschingsferien bekommt man irgendwie anders überbrückt. Die restlichen Ferien liegen ja eh in der Freiluftsaison. RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - LADummy - 01.02.2026 Ich bin ehrlich. Ich habe doch etwas mehr Response erwartet. Diese Probleme scheinen also entweder außerhalb Berlins weitestgehend unbekannt zu sein oder die Trainingsplanung und -abläufe nicht weiter zu behindern. RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - S_J - 01.02.2026 Du hast den Post an einem Wochenende abgesetzt, an dem so viele Meisterschaften waren, dass die Zugriffe Seltec in die Knie gezwungen haben
RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - monkrunner - 01.02.2026 Aus Hamburg habe ich das auch vernommen. In Hannover wohl auch. In meiner Nähe ist es den meisten egal, weil nur die drei aktiven Mitglieder eines Vereins auf die Bahn dürfen, wenn die 1x/wtl. dafür geöffnet wird, oder auf der Bahn im Nachbarort Gras gemäht wurde. Teure Bahnen, aber praktisch sowieso nicht der sportlichen Nutzung zugänglich. RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - Freaky - 01.02.2026 Also aus meiner Saison in Hamburg kann ich das in meiner Erinnerung so nicht bestätigen. Klar, den super Wintersturm hatten wir nicht, aber Schnee war schon da, aber Training auf der Jahnkampfbahn ging trotzdem. Klar das Stadion ist außerhalb der Trainingszeiten geschlossen, aber das hat ja mit dem Wetter nichts zu tun. Ansonsten ist es zwar schon so, dass man in der Leichtathletik Halle nicht ohne weiteres irgendwas tauschen kann. Aber das ist halt auch schwierig, die Halle ist den ganzen Tag durchgehend ausgebucht von den zig Hamburger Vereinen mit zig unterschiedlichen Trainingsgruppen. Das kann nur mit strikter Orga funktionieren. RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - Diak - 02.02.2026 bei uns in Lübeck haben wir einen grandiosen Platzwart, der uns nach Kräften alles möglich macht. Seit 5 Jahren oder so haben wir eine neue Bahn, bei der Übergabe sagte der Hersteller: "wir übernehmen keine Garantie, wenn die Bahn durch Schneeräumung zerstört wird. Wir fahren überall durchs Land und machen Bahnen heil, die Platzwarte mit Schneepflügen aufgeschlitzt haben." Ergebnis: Das Stadion (das der Platzwart bis dato immer wieder mit Pflug oder Besen oder Luftdruck gereinigt hatte, ist jetzt bei Schnee immer sofort gesperrt. Wir dürfen weder selbst räumen noch auf dünner Schneeschicht laufen. Ein Paradebeispiel für Deine Ausgangsfrage: ja, wir werden durch absurde Verbote gehindert. Noch schöner waren die hysterischen Reaktionen auf die Ankündigung von etwas Schnee vor drei Wochen (die zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Entscheidung schon auf wenige Zentimeter und viel Wind geschrumpft war und letztlich fast ganz ohne Neuschnee bliebt) Von Freitag bis Montag wurden alle Sporthallen gesperrt, unter anderem mit der Begründung, es solle Eisregen geben. Wenn gerade kein Schnee ist und kein Viertligist Rumpelfußball spielen will, haben wir für Kaderathleten wunderbare Bedingungen: alle haben eigene Transponder und können Stadion und Kraftraum in Eigenverantwortung jederzeit nutzen, fest gebuchte Gruppen haben im Zweifel Vorrang. Von der fehlenden Halle abgesehen sind das im Verhältnis zu anderen Orten paradiesische Zustände. RE: Trainingsstätten- und Sportplatznutzung - LADummy - 03.02.2026 Vielen Dank für die Schilderungen eurer Erfahrungen und Meinungen. Ich hoffe ja insgeheim, dass die Diskussion noch etwas weitergeht. Dabei will ich auch betonen, dass es mir hierbei weniger um eigene Befindlichkeiten geht, obwohl mich diese Einschränkungen als Berufstätiger natürlich auch direkt betreffen. Ich sehe nur, dass grundsätzlich die Planbarkeit des Trainings darunter leidet, wenn man z.B. nicht auf den Platz kommt, weil gerade mal wieder geschlossen ist oder der Platzwart abends überraschend Überstunden vom Fußballwochenende abbaut. Sportplätze sollten m.E. auch ein Anlaufpunkt für Freizeitsportler sein (ohne das Vereinstraining zu behindern), damit einfach die Leichtathletik wieder einen Weg in die Gesellschaft findet. Weitere Barrieren für einen optimalen Trainingsbetrieb, die mir übrigens noch einfallen sind z.B. - Schließung von Plätzen an Wochenenden, es sei denn, dass dort Fußball gespielt wird - Schließung von Plätzen in der Ferienzeit (insbesondere in den Sommerferien) |