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Weitenmessung - Träner - 02.06.2026 Frage an die Experten: Selbst im Marathonlauf entscheiden mittlerweile Hundertstelsekunde über Gold oder Silber( Tokio 2025). Im Sprint werden bei Zeitgleichheit mitunter sogar Tausenstel herangezogen. Bei den horizontalen Sprüngen und den Wurfdisziplinen wird "lediglich" auf den cm genau gemesssen. Und dies, obwohl bei grösseren Veranstaltungen das gute alte Messband längst passe ist. Ist trotz moderner Messmethoden eine weitere Auflösung ( bei gleicher Weite) nicht möglich? Oder hängt dies damit zusammen, dass es im Gegensatz zu einer fest installierten Kamera auf der Ziellinie bei den Sprüngen und Würfen auf die subjektive ( und mitunter zweifelhafte) Entscheidung des Kampfrichters ankommt, der den Messstab einsteckt? Oder seid ihr der Meinung, dass es einer weiteren Auflösung nicht bedarf, da hier bei gleicher Weite der zweitbeste Versuch etc. entscheidet? Mit der Bitte um Aufklärung RE: Weitenmessung - Rostocker - 02.06.2026 Meiner Meinung nach muss die Auflösung reichen. Dass beim Marathon auf Hunderstelsekunde entschieden wird, stimmt so nicht. Die Zeit wird auf die nächste ganze Sekunde gerundet. Dass das Zielbildsystem trotzdem eine Reihenfolge festlegen kann, ist eine andere Sache. Beim Wurf und Stoß muss man den Abdruck im Rasen ersteinmal so finden und messen können, dass es genauer als ein Zentimeter ist. Bei Kugel und Hammer hat man i. d. R. gute Abdrücke, die Bodenbeschaffenheit kann das aber zunichte machen. Bei Diskus und nicht steckendem Speer könnten potenziell Videosysteme helfen. Da gibt es aber technische Herausforderungen, die nicht einfach zu bewerkstelligen sind: Der Diskussektor ist bei einer Weite von 60 m exakt 36 m breit. Setzen wir mal voraus, dass die Kamera 50 m vom Sektorrand entfernt ist und 25 m hoch angebracht ist, hat man 34,57 m abzubilden (umfasst dann nur den Sektor bei 60 m, keine weitere Öffnung bei größeren Weiten abgebildet). Bei einer 4K-Auflösung wird dieser werd in 2160 Pixeln aufgelöst, enspricht 1,6 cm pro Pixel. Und das bei ensprechender Framerate, um beim Diskus/Speer den "genauen" Aufschlagpunkt zu bekommen. Braucht man so schon 2 bis 3 Kameras, willst du genauer werden, sind das dann noch mehr Kameras, die sich überlappen und genau kalibriert sein müssen, alternativ 8K. usw. Technisch sicher machbar, aber genau wie bei der Weitsprung-Absprung-Diskussion muss das auf unteren Ebenen ebenso gemacht werden. In einem anderen Thread diskutieren wir, ob Bronze-Level-Meetings finanziell stemmbar sind bzw. warum nicht. Meiner Meinung nach reicht die EDM für die Langwürfe und auch für den Kugelstoß aus. Die meisten Entscheidungen sind objetiv, zwei Nullmarkenstecker am Sektor minimieren die Laufwege. Wenn es knapp wird und ein Zentimeter entscheidet, ist das so. Ich ärgere mich auch ab und zu am Fernseher über den "angeblichen" Aufschlagpunkt. Aber ob ich da richtig liege, weiß ich auch nicht. Bei der DM schaue ich mir als Schiedsrichter ab und zu an, wie gesteckt wird. Meistens sieht das gut aus und die Fernsehbilder täuschen eher. Vielleicht müssen wir wieder lernen, mit den kleinen Ungenauigkeiten zu leben. RE: Weitenmessung - S_J - 02.06.2026 Ein millimetergenaues Ablesen am Maßband wäre m.E.n. deutlich weniger aufwendig als die Kalibrierung der notwendigen Genauigkeit der Elektronik. Dann müsste ich allerdings eben auch millimetergenau einstechen. Da ich bisher in der Praxis allerdings quasi nie eine Sandgrube gesehen habe, die auch entsprechend gefüllt und plan ist, um das zu ermöglichen, denke ich, dass die zentimetergenaue Messung hier die bessere Wahl ist. Bei internationalen Meisterschaften etc kann man diesen Zustand sicherlich herstellen und auch die Kampfrichter entsprechend schulen. Aber in der Breite der Veranstaltungen wird man diesen Standard nicht erreichen. Ich würde daher gerne vermeiden auch hier ein zweischichtiges System zu etablieren analog zu Handzeit vs FAT. |