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Behinderung durch umgeworfene Hürde - Druckversion

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Behinderung durch umgeworfene Hürde - S_J - 19.07.2026

In einem Meisterschaftsfinale über 400mH mit 8 Rundbahnen, belegt mit Athleten (von innen nach außen) A-H, wirft der Laufsieger G auf Bahn 7 die 8. Hürde auf Bahn 8 um. Läufer H auf Bahn 8 muss dadurch zwar seinen Rhythmus anpassen, läuft aber mit PB als Dritter über die Ziellinie.

Was ist zu tun?


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - runner5000 - 19.07.2026

Die Rhythmus-Anpassung ist als Behinderung zu werten, egal ob der Athlet H noch PB läuft oder nicht.
Läufer G ist dementsprechend nach TR 22.6.3 zu disqualifizieren.
Der Kommentar zu Regel TR 22.6 gibt da auch nochmal die Interpretationslinie vor.


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - S_J - 19.07.2026

(19.07.2026, 19:47)runner5000 schrieb: Die Rhythmus-Anpassung ist als Behinderung zu werten, egal ob der Athlet H noch PB läuft oder nicht.
Läufer G ist dementsprechend nach TR 22.6.3 zu disqualifizieren.
Der Kommentar zu Regel TR 22.6 gibt da auch nochmal die Interpretationslinie vor.

Soweit so einfach.

Spannend wird es im nächsten Schritt. Was macht man mit H und vor allem seiner Zeit?


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - kari.hgw - 21.07.2026

Ich würde die Zeit von H normal gelten lassen. Ein Meisterschaftsfinale teilweise oder komplett zu wiederholen halte ich hier für unverhältnismäßig.


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - S_J - 22.07.2026

Das ist sicherlich die Entscheidung, die im Interesse des Athleten ist.

Aber ist die Zeit dann dennoch bestenlistenfähig und rekordfähig? Oder im Zweifelsfall für das World Ranking oder eine (internationale) Qualifikation relevant?

International habe ich nur den 100mH Vorlauf der Frauen in Eugene 2022 gefunden, bei dem es dann aber einen Wiederholungslauf gab. Was ja über 100mH grundsätzlich einfacher möglich ist, aber hier ja nicht zum Vorteil der Athletin war. Auch in ihrem WA-Profil sind aber beide Zeiten gelistet, was ich regeltechnisch nicht verstehe.


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - kari.hgw - 23.07.2026

Ich würde sagen, dass der Lauf nicht bestenlistenfähig ist. Also Meisterschaftswertung ja, aber Bestenliste und Quali nein. (auch wenn das in meiner vorherigen Antwort anders klang, ich hatte mich verlesen).


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - Wandervogel85 - 24.07.2026

Die Disqualifikation von Athlet G ist nach Kommentar zu TR 22.6 nicht unbedingt zwingend. Entscheidend ist, wie gravierend wir den Einfluss auf Athlet H sehen. Allerdings kann die Rhythmusänderung von Athlet H als nachteilige Auswirkung gesehen werden, sodass die Disqualifikation von G vertretbar ist.
Proaktiv würde ich bei Athlet H nichts unternehmen, sofern er sich aber über die Beeinflussung beschwert, würde ich ihm einen Ersatzlauf anbieten. Mit der Konsquenz, dass dann dieses Ergebnis zählt.



(23.07.2026, 14:07)kari.hgw schrieb: Ich würde sagen, dass der Lauf nicht bestenlistenfähig ist. Also Meisterschaftswertung ja, aber Bestenliste und Quali nein. (auch wenn das in meiner vorherigen Antwort anders klang, ich hatte mich verlesen).


Der Lauf wäre ja für alle anderen Athleten bestenlistenfähig. Fraglich ist das ja nur bei Athlet H. Da ist es ja nicht ganz eindeutig, ob er einen Vor- oder Nachteil hatte.

Betrachten wir das aus dem Rhythmus kommen als Nachteil, warum markieren wir das Ergebnis dann als nicht bestenlistenfähig?
Betrachten wir die fehlende Hürde als Vorteil, was machen wir dann, wenn der Athlet auf Platz 4 sich beschwert?

Gehen wir bei Athlet H davon aus, dass das Ergebnis nicht bestenlistenfähig ist, sind wir dann verpflichtet den Athelten darüber zu informieren und müssen wir ihm ggf. die Möglichkeit ein bestenlistenfähiges Ergebnis zu erzielen anbieten? Dann wären wir schnell wieder beim Ersatzlauf.


Nur rein interessehalber:
Wie gibt man in TAF3 ein, dass ein einzelnes Ergebnis aus einem Lauf nicht bestenlistenfähig ist?

Klar, ich schreibe einen Kommentar in den Wettkampfbericht. Aber wer liest den überhaupt und wann?
Wenn jemand vom Verband Wochen später liest, dass ein Ergebnis nicht bestenlisten fähig ist, kann das ja zwischenzeitlich als Quali etc. verwendet worden sein.


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - S_J - 24.07.2026

Um H8 bei den 400mH in der Nachbarbahn umzuwerfen, muss normalerweise auch 22.6.1 verletzt werden, daher müsste G alleine dadurch disqualifiziert werden.


RE: Behinderung durch umgeworfene Hürde - Wandervogel85 - 27.07.2026

Athlet G ist ja der einfachere Teil der ganzen Sache.
Schwieriger ist ja der Umgang mit Athlet H.