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Flop-Methodik für Gelehrige - Druckversion

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RE: Flop-Methodik für Gelehrige - ThomZach - 13.03.2014

Tja mein lieber Hellmuth. Auf solche Einladungen warte ich ja seit Jahrzehnten.
Und es gab sie 1995. Ich durfte referieren. Schon in den 80ern sogar an der
Trainerakademie in Köln.
Aber ich kam offenbar gegen die Ignoranten und Intriganten nicht an. Herr Killing
fand alles was ich vortrug Scheiße und hat mich expressis verbis kaltgestellt.
Ich bin darob nicht verbittert sondern sehe mich nur in meiner Ansicht
bestätigt, dass das Wohl der Menschheit an ihrer eigenen Dummheit scheitert.

Wenn der damalige Leiter der Trainerakademie, Herbert Czingon meine
konstruktive Kritik als Kollegenschelte verunglimpfte, dann weil diese Kollegen
die Schmach nicht ertrugen, sich belehren lassen zu müssen.

Wenn man einen Trainer für erfolgreich erklärt, also für die Erfolge seiner
Schützlinge verantwortlich, dann muss man ihn auch für deren Misserfolge
verantwortlich machen. Und die Bilanz: Erfolg und Misserfolg waren
bestenfalls Zufall.
Wissen wir, wie viele Talente unter den Fittichen der genannten verkommen sind?
Mal abgesehen von der Nötigung zur Einnahme von suspekten "Vitaminpillen".

Verdienste sind also gar nicht nachweisbar. Aber massig Schuld. Denn:
Warum konnte ich Killing 1996 auf den Kopf zusagen, dass er zum Totengräber
des Deutschen Hochsprungwunders wird? Weil ich sein theoretisches Niveau
zu Recht als unterirdisch einstufen musste.
Und das Niveau der DDR-Experten erkenne ich doch an ihren Schützlingen,
die technisch (bis auf Wessig) einfach grottenschlecht waren.
Und wo haben sie den Straddle denn hingeführt? In denselben Abgrund
wo jetzt auch der Deutsche Flop verrottet.


Kurz: wenn die nötige Reform des Deutschen Hochsprungwesens nicht
von ganz oben verordnet wird, zB indem man mich zum Bundestrainer ernennt,
dann haben selbst die einfachsten, einleuchtendsten Erkenntnisse, die ich
zum Hochsprung anbiete keine Chance auf Verwirklichung in der Praxis.

Solange millionenweise Kinder falsch an den Flop herangeführt werden und so
auch alle Talente über kurz oder lang verkommen, muss sich die Führungsriege
dafür meine Vorwürfe gefallen lassen.

Und wenn diese von Dir genannten Trainer so toll sind, warum teilt hier
oder anderswo keiner von ihnen seine Geheimrezepte mit?
Weil sie keine haben!!! Warum meldet sich keiner bei mir und sucht
den Dialog? Im Gegenteil, bei diversen Treffen auf der internationalen Bühne,
auf der Tribüne, am Büffet, unterm Regenschirm - haben sich massig
Gelegenheiten ergeben. Aber sie sind mir aus dem Weg gegangen,
haben mich verklemmt begrüßt, beschämt die Augen nach unten gerichtet
und mich entweder abgelehnt oder gefürchtet.
Wahrscheinlich beides. Jenes, um dieses zu vertuschen.

Mit einigen Experten ist überhaupt kein Dialog möglich weil sie vom Hochsprung
so wenig Ahnung haben, dass sie gar nicht verstehen wovon ich überhaupt rede.
Ich mach ja so meine kleinen Vorstöße und seh dann in den Augen kein Interesse
oder eigenes Denken sondern nur die totale Verunsicherung. Und dann weiß ich:
Hier herrscht der Deutsche Einheitsbrei.

Es ist also wie überall in der Gesellschaft. Die Demokratie ist nichts als
die Diktatur der Mittelmäßigkeit. Jeder Versuch von mir, das zu ändern,
macht mich nur zum Mittäter. Denn die Mittelmäßigkeit hat sich noch jeden Kritiker 
als Komplizen einverleibt.
 
Ich wiederhole also meinen Spruch:
Das Bessere ist der Feind des Guten. Das ist gut.
Aber das Gute ist auch der Feind des Besseren.
Und das ist schlecht.


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - ThomZach - 13.03.2014

Lieber Hellmuth.
Ich sehe gerade: Der Thread heißt "Flop-Methodik für Gelehrige". 
Wir sollten also diese Erörternugen bald beenden. Sie nützen niemandem. 
Gelehrige stellen gescheite Fragen. Auf die will ich bestwissentlich antworten.
Das macht Spaß...


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - ThomZach - 13.03.2014

(11.03.2014, 17:57)Atanvarno schrieb:
(11.03.2014, 17:42)ThomZach schrieb: Aber nicht nur die Deutschen Hochsprunglehrer sind extrem unintelligent.
Lieber Thomas,
es wäre einem friedlichen* und konstruktiven Verlauf der Diskussion sicher zuträglich, wenn solche Einlassungen unterblieben. Selbst wenn man völlig überzeugt ist, Recht zu haben, kann ein wenig Diplomatie bei der Vermittlung des eigenen Wissensvorsprungs hilfreich sein.

Mit so einem Einstieg löst man die bekannten Abwehrhaltungen aus und Du erreichst wieder nur die, die Dir ohnehin schon zuhören wollen.

Deine Frustration über Jahrzehnte nicht gehört worden zu sein, ist zwar verständlich, aber so werden die, die Du doch eigentlich erreichen müsstest, Dir wieder nicht zuhören und das wäre äußerst schade.

*nicht notwendig für eine konstruktive Diskussion, aber wünschenswert.
Lieber Atanvarno. Ich glaube nicht dass ich hier irgendeine im DLV maßgebliche Person erreiche,
geschweigedenn überzeugen kann. Da kann ich nur schweigen oder wettern.
Was den Vorwurf der extremen Unintelligenz angeht, so soll das keine sinnlose Beleidigung sein
sondern ein Hallo-Wach-Ruf!
Und zwar nicht an die Gemeinten. Die pennen eh weiter. Sondern an die  die bei meinen Worten denken:
"Ja wenn der ThomZach Recht hat, dann pennen die da oben ja alle. Meint der das wirklich?"
Soll ich jetzt aus diplomantischen Gründen sagen: "Nein, nein. Die pennen nicht. Sie irren nur ein bisschen."?

Wenn diese wüssten was ich weiß, dann bräuchte ich hier nichts zu schreiben.
Und dass sie es nicht wissen zeigt, dass sie des kritisch kreativen Denkens nicht mächtig sind.
Das braucht man aber um von meinen Bemühungen zu profitieren. Es geht mir also nicht darum,
irgendwelche Köpfe geradezurücken. Das wäre ein aussichtsloses Unterfangen.
Ich will nur die zu neuem Denken ermutigen, die dazu bereit sind.

Man könnte auch sagen:
Es nützt nichts alte Zöpfe abzuschneiden, wenn man die Köpfe nicht dranlässt. An ihren Zöpfen... Teufel
Profaner: Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.
Um das frei raus sagen zu können, sind wir doch beim DLV abgesprungen, oder?


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - Hellmuth K l i m m e r - 13.03.2014

(13.03.2014, 22:25)undefined schrieb: Kurz: wenn die nötige Reform des Deutschen Hochsprungwesens nicht
von ganz oben verordnet wird, z. B. indem man mich zum Bundestrainer ernennt,
dann haben selbst die einfachsten, einleuchtendsten Erkenntnisse, die ich
zum Hochsprung anbiete, keine Chance auf Verwirklichung in der Praxis.

Dein (berechtigter?) Frust über deine Brüskierung bei deinen Vorträgen und Gesprächen (ich wusste davon nichts), die Abwertung von Killing und Czingon - all das gleicht dem Frust der MK-Trainerin Gertrude Schäfer. Angry
A b e r   der DLV kann und will   d i c h   als BT nicht! Auch denke ich, dass du auf Lanzarote bestens versorgt bist (vom Vati Helmut?) und dich nicht dem Stress des Hochleistungssport auszusetzten brauchst. Wink

Und zu den Erfolgen und Misserfolgen von Trainern ist es wie das Arbeiten von Medizinern; die missratenen OPs sind dort wohl noch größer (und vertuscht!); herausstellen tuen die Mediziner immer nur ihre gelungenen OPs - wie ich persönlich erlebte. Undecided

Und dass   n u r  Wessig (vorher meintest du:   a u c h   Schenk) relativ gut waren, sehe ich anders: Die Besten der DDR bildeten tolle Straddler aus - immerhin gehörten diese zur Weltspitze, und die anderer Länder (UdSSR, Polen) waren auch nicht besser, obwohl sie deiner Meinung nach (?) doch eine gute techn. Ausbildung vornahmen (Brumel; Wzola, ...)

Du solltest als M65er nun die anderen arbeiten lassen - und im NM-Trikot von 1960 weiter "große Sprünge machen".

H. Klimmer / sen.

PS.: Apropos "... gescheite Fragen stellen". Dazu der gescheiten Spruch von GOETHE: "Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftige fragen." Idea 


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - ThomZach - 13.03.2014

Zitat Klimmer: Und dass   n u r  Wessig (vorher meintest du   a u c h   Schenk) relativ gut waren, sehe ich anders: Die Besten der DDR bildeten tolle Straddler aus - immerhin gehörten diese zur Weltspitze, und die anderer Länder (UdSSR, Polen) waren auch nicht besser, obwohl sie deiner Meinung nach (?) doch eine gute techn. Ausbildung vornahmen (Brumel; Wzola, ...)

Wessig - weil hier gerade vom Flop die Rede ist. Und Schenk, wenn es um den Straddle geht.
Im Leistungssport gibt es keine "überzogenen Anprüche" sondern nur Perfektionismus.
Und daran gemessen (Brumel in seinen besten Tagen) waren Rosi Ackermann, Rolf Beilschmidt oder Henry Lauterbach
einfach schlechte Straddler, die mit ihren Kraftwerten je 5 bis 10 cm höher hätten springen müssen.
Wzola war auch kein guter Floptechniker im Vergleich zu Wessig. Und die Weltspitze ist kein Kriterium,
wenn man technische Kriterien anlegt, zB Lattenüberhöhung oder die Differenz zwischen Anlauf-V und Abflug-V (= Wirkungsgrad).
Natürlich will mich der DLV nicht als BT. Ich würde ja erst einmal alle Honorarkräfte entlassen. Teufel
Es scheint Dich ja zu beruhigen, mich auf der Insel zu wähnen, genüsslich mein Millionenerbe verprassend.
Ich sitze aber gerade in einem Hochhaus südlich von Valencia, wo meine Frau als Sportlehrerin arbeitet
und lebe auch selbst immer noch von eigener Arbeit. Meinem Elternhaus verdanke ich da nur wenig.

Brumel und Yaschtschenko waren Genies, nicht Produkte gekonnter Belehrung.
Und so Dwight Stones, Mögenburg, Thränhardt u.v.a.m. Ihr Glück:
Sie wurden in Ruhe gelassen und nicht falsch belehrt.
Das ist heute in D leider keinem Talent mehr vergönnt. Die Trainer machen
heute alles kaputt, was sie zwischen die Finger bekommen.
Das ist es, was ich sehe und beweine.


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - MZPTLK - 14.03.2014

@Thomas, sei vorsichtig, Wolfgang Killing könnte heimlich trainiren und dir deine Seniorenrekorde immer wieder abknöpfen! Big Grin
Schliesslich ist er 6 Jahre jünger und - wie beim Skat - immer in der 'Hinterhand'...

Bei 1,85 sprang er draussen 2,23(1977), drinnen 2,28(1978),
also 38/43 cm über Körpergrösse. Nicht schlecht für einen Flopper...

Er studierte u.a. Agrarwissenschaften und begann 1994 eine Habilitation über den Hochsprung. Was daraus geworden ist, ist mir unbekannt, denn ich bin nicht W.K...Rolleyes


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - ThomZach - 14.03.2014

(14.03.2014, 10:02)MZPTLK schrieb: @Thomas, sei vorsichtig, Wolfgang Killing könnte heimlich trainiren und dir deine Seniorenrekorde immer wieder abknöpfen! Big Grin
Schliesslich ist er 6 Jahre jünger und - wie beim Skat - immer in der 'Hinterhand'... Bei 1,85 sprang er draussen 2,23(1977), drinnen 2,28(1978), also 38/43 cm über Körpergrösse. Nicht schlecht für einen Flopper...
Rekorde sind zum Brechen da. Vielleicht schrecken sie aber auch so manchen alten Crack vom Streben ab,
weil sie die Blamage fürchten. Man stelle sich vor, Carlo (1m90 mit 56) hätte meinen M55-Rekord (1m84 mit 59) nicht gebrochen!...
Und wenn man pro Jahr 2cm Verlust berechnet, hat er ihn ja gerade mal eingestellt. Ganz abgesehen vom KSP +8cm.

Zurück zum Thema.
Warum sage ich zB dass Wessig besser springt als Wzola?
Oder Brumel besser als Beilschmidt oder Lauterbach?
Steffka, Ariane und Blanca besser als Simeoni oder Yelestina oder Astafei?
Weil es dafür Kriterien gibt, nämlich
1. der Wirkungsgrad, also der Impulsverlust während es Absprungs.
2. Diesen zu verbessern dient die Ausprägung der Schwungelemente.
3. Querkräfte bei verfehlter Abstoßrichtung und Rotationsrichtung sind Verluste für 1. und 2.
4. Überquerungsqualität, also Höhendifferenz Latte zu KSP-Fluggipfel.
Wenn man dies intensiv studiert, wird deutlich, dass die Erfüllung
der Kriterien am technischen Ablauf und an bestimmten Schlüsselpositionen
im Ablauf erkennbar ist. Und diese Analyse sollte jeder Experte beherrschen.
 
Ein gutes Beispiel für den Wirkungsgrad liefert dieses Video,
weil die Biomechaniker da ein paar Daten eigeblendet haben. :
Lauterbach: Stemmen 60°, AnV 7,3m/s, AbV 4,8m/s bei 65°
Wessig: Stemmen 63°, AnV 7,8m/s, AbV 5,1m/s bei 63°

Beide verlieren 35% ihrer Anlaufgeschwindigkeit.
Der Wirkungsgrad ist durchschnittlich, könnte also besser sein.
Aber eben auch schlechter.
Beide verwenden starke Schwungelemente. Wessig fliegt für einen Flopper
daher überdurchschnittlich steil ab.
Der Unterschied im Stemmwinkel beträgt nur 3°. Was viele Trainer
überraschen wird, da sie gelehrt wurden, der Flopper brauche gar nicht
oder nur sehr wenig zu stemmen und der Straddler stemme extrem.


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - LA2020 - 19.03.2014

Sehr geehrter Herr Zacharias,

Ihr Frust nicht gehört zu werden ist nicht gerechtfertigt. Wir haben schon im bisherigen Forum alle ihre Informationen mit Interesse gelesen und ihre Lektüren studiert. Vieles haben wir verinnerlicht. Wir jedoch sind nun mal keine Bundestrainer oder sonstige Spitzentrainer sondern "kleine Leute". Mit unserem eingeschränkten Fachwissen können wir recht wenig mit Ihnen mithalten oder gar mitdiskutieren. Aber unter  Menschen wie uns erreichen sie sicherlich Einige. Jeder Erreichte muss für Sie doch ein Erfolg sein. Steter Tropfen höhlt den Stein. Sicherlich müsste sich grundlegend in der Grundausbildung von Kindern sich etwas ändern, das betrifft jedoch viele Sportarten. Sie können sich jedoch sicher sein, dass es Menschen gibt die Ihnen zuhören bzw. lesen und versuchen nach bestem Wissen und Gewissen davon etwas umzusetzen. Dafür können Sie Stolz sein. Sie leisten einen wichtigen Beitrag.


RE: Flop-Methodik für Gelehrige - ThomZach - 19.03.2014

Danke LA2020! Das ist ja meine Hoffnung, dass doch der eine oder andere seinen Nutzen hat.
Und frustiert bin ich schon lange nicht mehr. Es macht nur noch mehr Spaß als früher. 
Auch weil nicht mehr so scharf zurückgeschossen wird wie in den Anfängen der Foren.
Auch hier haben die Menschen viel dazugelernt.