da muss man doch mal die echt okaye Reporter-Kraftpower-Sprache loben, weil die glänzen mit nicht einer ganz schön deutlichen Expertise und finden immer neue Challenges, Fehlannahmen statt Fakten zu verbreiten.
Ich habe ja nichts dagegen, dass Reporter gute Stimmung verbreiten wollen, aber die "Erläuterungen" dieser beiden "Experten" sind zum Teil haarsträubend. Gibt es denn wirklich keine Kommentatoren mehr, die sich halbwegs auskennen? Hitze-Eloquenz-Syndrom?
Die Süddt. Meisterschaften vom Wochenende wurden gestern abgesagt. In div. Insta-Kommentaren wurde diskutiert, wann sich Zeitpläne endlich anpassen.
Zumind. im U-Bereich hat der eine oder andere Starter noch Ambition, sich für eine DM zu qualifizieren. In der prallen Nachmittagssonne wird das keinem gelingen. Und vielleicht wäre auch der eine oder andere Kampfrichter froh, nicht die ganze Zeit in der Sonne stehen zu müssen.
Das Phänomen haben wir aber auch auf Landesebene: Bei den BW Finales geht der Zeitplan von 10.30 bis 18.20 bzw. 17.30 Uhr. Man könnte fast meinen, dass man die kompletten Sonnenstunden ausnutzen will.
Ich frage mich, warum kann man bei Abendsportfeste den Zeitplan in den Abend legen und findet dafür die entsprechenden Kampfrichter und bei Meisterschaften geht das nicht? Warum nimmt man nicht den Freitagabend dazu, um zumind. die Stecken ab 1.500 m komplett in den Abend zu bekommen? Die Lösung kann doch nicht sein, Veranstaltungen abzusagen bzw. dass die Sportler selbst absagen (das hätten wir gemacht).
Mit geht es in der Diskussion nicht nur um Extremwetter wie dieses Wochenende von bis zu 40 Grad. Auch bei 34, 35 Grad ist es in der prallen Sonne teilweise einfach zu heiß, aber genau das wird in den nächsten Jahren sich zum neuen Normal entwickeln.
- Gina Lückenkemper (100 Meter)
- Robin Ganter (100 Meter)
- Deniz Almas (100 Meter)
- Heiko Gussmann (100 Meter)
- 4x100 Meter Mixed
- Yemisi Mabry (Kugelstoßen)
- Florian Bremm (5000 Meter)
- Karl Bebendorf (3000m Hindernis)
Außerdem waren zumindest ursprünglich wohl auch Karl Bebendorf und Frederik Ruppert über 3000 Meter Hindernis gemeldet. Die Startliste für die Hindernis fehlt aber noch. Bei Ruppert war laut einer Instastory von ihm letzte Woche noch nicht ganz sicher, ob er startet, wegen des auskurierten Infekts.
Ich will mal einen anderen Denkanstoß geben. Vielleicht ist für den Umstieg von 400m auf 800m gar nicht so entscheidend, was in den "800-Meter"-Jahren gemacht wird, sondern was in den 10 Jahren zuvor gemacht wurde. Im Lauf wird immer so getan, als sei ein Quereinstieg gar kein Problem, weil das ja alles so leicht sei. Wer würde denn einem Weitspringer, der vorher keinen Dreisprung gemacht hat und keine Mehrfachsprünge beherscht einen reibungslosen Übergang zum Dreisprung zutrauen?
Rund um den starken 600er damals gab es ein Video von ihr selbst gepostet wo sie klar zum Ausruck gab wie k.O. sie nach einer halben Stunde Dauerlauf war. Sprich Ausdauer hat zuvor nie eine Rolle gespielt. Ich treffe auch immer wieder Jugendtrainer die der Meinung sind, Ausdauertraining mache langsam und müsse deshalb aktiv vermieden werden.
Jetzt vergleich mal zu Femke Bol: Die hat als 400-Meter-Läuferin bereits zwei aerobe Einheiten pro Woche absolviert. Natürlich ist dann ein Umstieg ganz anders möglich.
Daraus ergeben sich zwei Dinge:
1. Mit welchem Training kam eine 400-Meter-Leistung zustande? Hier ist eben nicht die Schlussfolgerung "Oh geil, bisher kaum 800-Meter-Training also super Potenzial" richtig sondern eher wichtig: Ah, ja, kann direkt adaptionsrelevante Einheiten ohne Stress absolvieren.
2. Wir müssen im Jugend-Training des Langsprints (korrigiert, hatte hier erst Langstrecke stehen) bereits Voraussetzungstraining für einen Disziplinwechsel integrieren – zumindest bei allen die entweder bei den so gehassten Kadertests schonmal ein gutes aerobes Niveau andeuten von Natur aus und denen, die über 100-Meter obwohl 400-Meter-Sprinter nicht konkurrenzfähig sind. Diese Potentiale werden aber ständig verbaut. Das ist genauso wie wenn man im Schüleralter nie Hürde läuft, dann werden auch die 400 Meter Hürden nie eine Option sein.