07.03.2021, 22:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.03.2021, 22:19 von Atanvarno.)
(07.03.2021, 21:59)runner5000 schrieb: Was waren für euch die beeindruckendsten Leistungen bei dieser EM?
Aus deutscher Sicht natürlich Neele Eckhardt.
International Ajla del Ponte. Ich habe zwar damit gerechnet, dass sie die 60m gewinnt, aber die Zeit war ein echter Knaller.
Wenn man den Überraschungsfaktor weglässt und rein auf die Leistung schaut Duplantis, Nedasekau und Bol. Bei Nedasekau vor allem beeindruckend, wie er es immer wieder schafft mit nur noch einem Versuch die entscheidende Höhe zu springen.
There is all the difference in the world between treating people equally and attempting to make them equal (Friedrich August von Hayek)
(07.03.2021, 21:59)runner5000 schrieb: Was waren für euch die beeindruckendsten Leistungen bei dieser EM?
Ich denke die wertvollsten Leistungen waren bei den Männern 6.05 von Duplantis, 2.37 von Nedasekau und 7.42 von Belocian. Bei den Frauen 4904 von Thiam, 7.77 von Visser und 50.63 von Bol. Ich denke die folgenden Athleten könnten auch bei Olympia eine Einzelmedaille gewinnen:
Männer: Belocian, Pichardo, Nedasekau, Tamberi, Ingebrigtsen, Duplantis, Mayer, Tentoglou
Frauen: Visser, Bol, Mahuchikh, Thiam, Mihambo, Bekh-Romanchuk, Dongmo
Erwähnenswert ist auch die überhaupt nicht überraschende Medaillenvergabe im Stabhochsprung der Männer ...
... solange man nur auf die Nachnamen schaut.
08.03.2021, 08:03 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.03.2021, 08:04 von Delta.)
(07.03.2021, 21:59)runner5000 schrieb: Was waren für euch die beeindruckendsten Leistungen bei dieser EM?
Ajla del Ponte mit 7.03 schneller als Marita Koch und Silke Möller beim Deutschen Rekord.
Angelica Moser Verbesserung um 10 Zentimeter im Finale des Stabhochsprungs
Nelj Eckhard diese. Verbesserung hätte ich nicht für möglich gehalten
Frauen:
60m: Zurechtrücken des nach Dortmund irrtümlicherweise entstandenen Bildes. Nur eine Finalteilnehmerin in einem an sich nicht überragenden Umfeld. Aber 60m sind keine 100m und keine 200m.
400m: Man hatte zuletzt den Eindruck eines Leistungsrucks. Der wurde hier aber schon im europäischen Rahmen eingeordnet. Dies waren alle Spitzenläuferinnen des DLV.
800m: Die Briten zeigen uns mit ihren Nachwuchsläuferinnen, wo es lang geht.
1500m: Hanna Klein mit Medaille OK. Warum eine erfahrene Läuferin in einem Bummelrennen eher am Ende "rumhängt", um möglichst den Anschluss zu verpassen, ist nicht klar. Wieder viele junge Britinnen.
3000m: Unbedingtes Lob für Elena Burkhard. Zweimal BL.
Weitsprung: Angesichts des aktuellen Goldpreises hätte man die Medaille holen müssen. Aber Anläufe sind vllt. verbesserbar.
Hochsprung:
Stabhochsprung: In dem Bereich gab es im DLV auch einmal Springerinnen.
Dreisprung: Neele auf die Minute fit mit toller BL. So sollte es bei einer EM sein.
Kugelstoßen: Geht voll in Ordnung, Gambetta mit BL. Explosionen sind offenbar nur mit Drehstoß möglich.
Männer:
60m: Kevin Kranz auf dem Niveau seiner Saisonleistungen. OK. Keine weiteren Finalteilnehmer in einem an sich nicht überragenden Umfeld.
400m: Schlegel tat sein Bestes in einem an sich nicht überragenden Umfeld. Zweimal im Bereich seiner BL. Der Stand der deutschen Viertelmeiler.
800m: Marc Reuther vermag nicht an die im letzten Winter gezeigten Leistungen anzuknüpfen. Sonst?
1500m: Tendenz zu einer gewissen Bodenlosigkeit. Das war hier nur der europäische Bewerb.
3000m: Lob für Marcel Fehr. BL und knapp daneben.
Weitsprung: Entholzner auf dem Niveau der Saison. Aber deutlich hinter der Spitze.
Hochsprung: Potye mit Einstellung der BL, aber in einer anderen Liga als die Sieger.
Stabhochsprung: Warum hat keiner den Organisatoren die Karnevalsmusik für Torben gegeben? Zernikel sehr stabil jetzt bei 5,70. Hoffentlich im Sommer höher.
Dreisprung: Bei einer Medaille verstummt die Kritik, zumal in durchaus leistungsstarkem Umfeld. Hätte aber aus anderem Metall sein können.
Siebenkampf: Bei Bechmann reicht es derzeit knapp für fünf Übungen. Wenn weitere dazu kommen, wird es eng. Kai rettet sich von einem Wehwehchen zum anderen, sehe irgendwie schwarz für einen Zehnkampf. Abgesehen davon, dass er seine Schwächen in den Jahren nicht wirklich beseitigt hat. (Von Ehammer muss Niklas im Moment nichts befürchten, wenn der ihm am ersten Tag 250 Punkte abnimmt, verliert er am zweiten 600.)
Falls hier Kritik herauszuhören ist, sollte sie von den Athleten nicht persönlich genommen werden. Jedes subjektive Bemühen wird respektiert. Aber irgendwie schaffe ich es noch nicht, mich mit dem olympischen Motto "Dabeisein ist alles" zu bescheiden.
Fersengold sagt: "Stabhochsprung: In dem Bereich gab es im DLV auch einmal Springerinnen."Das ist wirklich ein einzigartiger Niedergang! Trotz des jahrelang guten Nachwuchses junger talentierter Springerinnenist diese einmal beste Disziplin des DLV inzwischen zur schlechtesten (bei den Frauen) geworden. Bei den Männern sind es die 400m. Auch hier war 2003 mal ein Ingo Schultz der letzte deutsche Weltklasseläufer (über alle Laufstrecken gesehen).
(08.03.2021, 08:38)fersengold schrieb: Torun: Falls hier Kritik herauszuhören ist, sollte sie von den Athleten nicht persönlich genommen werden. Jedes subjektive Bemühen wird respektiert. Aber irgendwie schaffe ich es noch nicht, mich mit dem olympischen Motto "Dabeisein ist alles" zu bescheiden.
Mit der Bewertung kann ich weitestgehend mitgehen. Gerade der letzte Satz trifft es leider sehr gut.
Für zu viele ist das Ziel die Teilnahme bei der internationalen Meisterschaft ("will zu den xx, will mich qualifizieren für...") wenn man es dann geschafft hat (ja, ist schwer genug und die allermeisten hier im Forum waren/sind davon weit entfernt) was dann?
Exemplarisch, auch wenn es 20 Jahre her ist, ein Teilnehmer der 4x100 Meter Staffel, die nicht das Finale in Sidney erreichte. Sinngemäß die Erklärung...am Ende einer so langen Saison können man nicht mehr in Bestform sein ( OS Sidney war Ende September). Zurück zur Gegenwart. Es gibt eben auch eine mentale Komponente, die über persönliche Bestleistung beim Saisonhöhepunkt entscheidet.
(07.03.2021, 20:06)Sinafan schrieb: Lieber fege, "minderbemittelter Idiot" ist eine ganz unmißverständliche Beleidigung und wenn du auf die falsche Person triffst, geht das ganz schnell mit Anzeige, Ermittlung deiner Person und einer Strafe über einen gewissen Betrag. Verkneif dir das lieber in Zukunft.
Dass du nicht in der Lage bist, humoristische und ernsthafte Passagen voneinander zu trennen, macht dich auch vielleicht nicht zum glücklichsten Richter über die Intelligenz anderer.
"Humor" als Ausrede für Sexismus - ganz dünnes Eis. (Ich gehe davon aus, dass die humoristische Passage die sein soll, in der es um A. Schmidt geht. Falls nicht, habe ich den Kommentar falsch verstanden)
Dennoch sollten hier einige eifrige Kommentator:innen daran denken dass wir hier im World Wide Web sind und auch Athlet:innen oder Angehörige ggf. aus Interesse mal rein lesen oder sogar mit diskutieren. Würdet ihr selbst gern das über euch lesen wollen, was ihr selbst über andere schreibt?
Kritik in allen Ehren, sie ist richtig und wichtig und gehört auch in solch ein Forum. Aber bitte konstruktiv, auf die Wortwahl und den Tonus achtend.
Angesichts der Leute, die überhaupt gestartet sind, ist das Abschneiden einigermaßen solide gewesen. Schade der Ausfall Kazmireks, aber den sehe ich auch schon als einzige verpasste Medaille, mit der man vorher gerechnet hätte. Eine Medaille im Stabhochsprung wäre möglich und schön gewesen, aber vom Vorfeld keine klare Enttäuschung (Qualiendstation für Blech schon, aber 4. Platz für Zernikel ist eigentlich gut). Eckhardt hatte relatives Pech mit BL um zwei cm Gold bzw. Silber zu verpasssen, aber wohl die stärkste deutsche Leistung. Einer so erfahrenen Athletin wie Mihambo kann man m.E. ohne Kleinkariertheit vorwerfen, ein beinahe sicheres Gold verpasst zu haben. (Sie war nicht außer Form, ein einziger der 4 Sprünge vor dem Brett aufs Brett hätte ziemlich sicher gereicht.) Bei Klein ist es ein bißchen kleinlicher, aber sie ist taktisch eigentlich nicht von gestern und hätte es besser machen können.
Enttäuschend sonst hauptsächlich Disziplinen, in denen eh kaum mit dt. Medaillen zu rechnen war. 400m (bes. bei Frauen und ihrer Staffel hätte man mehr erhofft), 800m und 1500m (M). Ich sehe ein, dass 800m und besonders 400m in der Halle fast eine andere Disziplin sind, aber das kann man, gerade bei teils nicht so starker Besetzung der EM, auch zum Vorteil nutzen.
Allzu viel kann man in der Halle eben auch nicht erwarten, wenn seit Jahren DLV-Athleten hauptsächlich in den Würfen, vollen Mehrkämpfen und vereinzelt Hürdensprint, Langsprint, 4x100m-Staffeln Medaillenchancen (und -erfolge) hatten. 6 Medaillen ist schwach, aber zB 2017 waren von 9 eben auch zweimal Hürdensprint und einmal Klosterhalfen, und 2019 waren es sogar nur 5 Medaillen.